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«Ich fühle mich wie ein Vogel, der aus seinem Nest fliegt.»

Menschen mit Behinderungen in der Erwachsenenbildung

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Edited By Tobias Erzmann and Georg Feuser

Die Debatte um Fragen der Integration als Weg aus der Selektion, Ausgrenzung und Segregation von Menschen mit Behinderungen in Sondersysteme über die gesamte Lebensspanne hinweg zeigt noch immer eine tiefe Kluft zwischen Ist- und Sollzustand. Durch die UN-Behindertenrechtskonvention wird für die Pädagogik in besonderer Weise deutlich, dass mit der Integration im Bereich der Bildung ein Menschenrecht umzusetzen ist – auch in der Erwachsenenbildung. Realisiert wurde das bereits 1998 in Bremen bei einer bundesweiten Fachtagung. Dieser Band reflektiert die Frage nach den Bildungsbedürfnissen Erwachsener als Realisierung der Integration auch schwerst beeinträchtigter Menschen in der Spanne von der «totalen Institution» (Goffman) und ihrer Überwindung bis hin zur «advokatorischen Assistenz». Dabei wird nicht über, sondern in uneingeschränkter Teilhabe mit den Betroffenen diskutiert. Das Buch spannt einen breiten Fächer an Fragen, Problemen und zukünftig dringend zu berücksichtigenden Lösungsmöglichkeiten vor allem unter Aspekten der Assistenz auf.

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„Dialoge“ – Bericht über eine integrative Tagung 193

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Sonja Kurpiers „Dialoge“ – Bericht über eine integrative Tagung „Was mich in Bremen beeindruckt hat, waren nicht allein die Sehenswürdigkeiten ... , sondern das, was der Bürgermeister erzählte. Dass Bremen nämlich seit tausend Jahren eine Republik und kein König- reich gewesen ist. Und dass in Bremen auch An- dersdenkende akzeptiert werden. Jawohl, „Sie“, ha- ben richtig gelesen. In Bremen werden also auch Andersdenkende akzeptiert, ...“. (Jutta Goettfried) Was hatte sich ereignet in Bremen, dass diese Zeilen einer Kongressteilnehme- rin nachträglich das Organisationsteam erreichten? Dialoge hatten sich ereignet, Dialoge zwischen Menschen, die sonst eher gewohnt sind, übereinander statt miteinander zu sprechen. In Kooperation mit der Universität Bremen, der Ge- sellschaft für Erwachsenenbildung und Behinderung e.V. und der Werkstatt Bremen veranstaltete der Martinsclub e.V. 1998 in Bremen einen Kongress mit dem festen Vorsatz, niemand, der sich für das Tagungsthema „Dialoge - Men- schen mit Behinderungen in der Erwachsenenbildung“ interessiere, möge zu Hause bleiben müssen – jedenfalls nicht aufgrund einer Behinderung. Die Teil- habe aller in allen Veranstaltungen der Fachtagung zu ermöglichen, war das ehrgeizige Ziel. Dies verlangte nicht nur den Organisatoren ab, eine möglichst barrierefreien räumliche und zeitliche Tagungsstruktur zu schaffen, sondern dies war ebenso eine Aufforderung an die Referenten/innen und Workshoplei- ter/innen, eine methodische und inhaltliche Barrierefreiheit ihrer Beiträge und Angebote anzustreben, ohne die Qualität der Tagung als wissenschaftliches Fo- rum zu gefährden. Die Herausforderung ist in weiten Teilen gelungen, hat Gren- zen verschoben und Horizonte eröffnet, und...

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