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Die Rolle der Religion im Integrationsprozess

Die deutsche Islamdebatte

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Edited By Bülent Ucar

Dieser Sammelband beschäftigt sich mit der Islamdebatte in der deutschen Öffentlichkeit und mit der Rolle, die die Religion bei der Integration von Muslimen in Deutschland spielt. Während die gegenwärtigen integrationspolitischen Debatten und der interreligiöse Dialog noch von einer Vielzahl von Vorurteilen und Missverständnissen bestimmt werden, enthält dieses Buch eine differenzierte und tiefgreifende Sichtweise auf historische und aktuelle Fragen in Bezug auf die Integration des Islams in die Gesellschaften des Westens. Dabei kommen sowohl Muslime als auch Nichtmuslime zu Wort und geben neue Anstöße für einen vielschichtigen wissenschaftlichen Austausch

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IV. Islam in Deutschland – interreligiöser Zugang

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Religiöse Sozialisation in Familie, Gemeinde und Schule als Orte des interreligiösen Dialogs Von Peter Graf „Wenn Du allein bleibst, bist Du nichts!“1 William Shakespeare Eine Religion zu leben, beinhaltet mehr als ein Buch zu lesen und sich zu einer Lehre zu bekennen. Eine religiöse Karte der Orientierung lernend zu erfahren, sie täglich zu leben, kann nur gelingen, wenn dieses Erkennen in einen Erfah- rungskontext eingebettet ist. Diese Karte muss auf der Folie eines eigenen Weltwissens, so individuell dieses auch ausfallen mag, gefunden werden, um sie lesen zu können. Damit schöpft ein Leben aus dem Glauben vor dem Bekenntnis der Lehre und der Anerkennung religiöser Gebote aus der Begegnung mit ande- ren Gläubigen. Bevor man – gemeinsam – Kirchen oder Moscheen besucht, muss der Glaube im täglichen Leben zusammen mit anderen entdeckt werden. Einen Glauben zu realisieren, beinhaltet den doppelten Sinn des Verbs „realisie- ren“: Einerseits geht es darum, die Welt im Horizont des Glaubens verstehend wahrzunehmen, andererseits darum, eben diese Orientierung am eigenen Ort, zu einer bestimmten Zeit mit anderen Menschen zu verwirklichen. Eltern, Familie und Gleichaltrige sucht man sich nicht aus, sie werden einem vielmehr gegeben, wie die eigene Biografie. Zu glauben, ist ein universales Angebot, Lebensphasen sinnhaft miteinander zu verbinden und sie in der sozialen Umwelt anzunehmen. Erst in dieser Erfahrung „bewahrheitet“ sich verbindlich die Logik des für „wahr“ gehaltenen Glaubens; er bewährt sich täglich im Leben zusammen mit anderen, begründet Beziehungen, weitet den Blick und...

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