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Public Diplomacy im Westen

Die Presseagentur "Panorama DDR</I> informiert das Ausland

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Thomas Brünner

Die Presseagentur Panorama DDR sollte in den 1960er Jahren die ausländische Presse mit Artikeln über Politik und «Errungenschaften» der DDR versorgen. Damit gehörte sie zur Auslandsinformation, deren Hauptziel es war, die diplomatische Anerkennung des SED-Staats durch den Westen zu erreichen. In der öffentlichen Meinung westlicher Staaten sollte ein positives DDR-Bild erzeugt werden, um so politischen Druck auf die Regierungen auszuüben. Diese hier als Public Diplomacy verstandene Strategie hatte jedoch enge Grenzen. Anhand eines Vergleichs von Panorama-Veröffentlichungen in Frankreich und Großbritannien zwischen 1964 und 1973 zeigt diese Studie, dass die Praxis der Auslandsinformation ihrem Anspruch nicht genügen konnte – nicht zuletzt, weil sich die Propagandisten der Partei ideologisch selbst im Weg standen.

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2 Der Kontext: Die Agentur und die Westbeziehungen der DDR 19

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2 Der Kontext: Die Agentur und die Westbeziehungen der DDR 2.1 »Panorama DDR« von der Gründung 1964 bis zur Umgestaltung 1973 Das Politbüro folgte am 7. Januar 1964 einer Vorlage der Arbeitsgruppe Auslandsin- formation bei der Agitationskommission¹ mit Vorschlägen zu einer weiteren »Verbes- serung« der Auslandsinformation, als es beschloss: »Durch den ADN, das MfAA und die Liga für Völkerfreundschaft sind Vorschläge für den Aufbau eines zentralen Artikeldienstes der DDR zur Belieferung der ausländischen Presse und der Publikationen der Auslandsvertretungen der DDR mit geeignetem In- formationsmaterial über die Politik der DDR und ihre Errungenschaften auszuarbeiten. Die dafür benötigten Stellen und Finanzmittel sind bei den entsprechenden staatlichen Stellen zu beantragen.«² Ein gutes halbes Jahr später, am 28. Juli 1964, kamen Repräsentanten von 14 Minis- terien, Firmen, Verbänden undMassenorganisationen der DDR imHotel Berolina in Ost-Berlin zusammen, um die Firma »Panorama DDR Auslandspressedienst GmbH« zu gründen. Beteiligt waren der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN), das Außenministerium (MfAA), das Ministerium für Außenhandel (MfAH), die Kam- mer für Außenhandel der DDR (KfA), die Liga für Völkerfreundschaft, das Reisebü- ro der DDR, die Inter-Werbung Außenhandelswerbegesellschaft mbH, der FDGB, der DFD, die FDJ, der Deutsche Schriftstellerverband (DSV), der Verband Deut- scher Journalisten (VDJ), die Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kennt- nisse und Radio Berlin International (RBI). Als Stammkapital wurden 200 000 DM (Deutsche Mark der Deutschen Notenbank der DDR)³ eingelegt, wovon der ADN 70 000 und die...

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