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Public Diplomacy im Westen

Die Presseagentur "Panorama DDR</I> informiert das Ausland

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Thomas Brünner

Die Presseagentur Panorama DDR sollte in den 1960er Jahren die ausländische Presse mit Artikeln über Politik und «Errungenschaften» der DDR versorgen. Damit gehörte sie zur Auslandsinformation, deren Hauptziel es war, die diplomatische Anerkennung des SED-Staats durch den Westen zu erreichen. In der öffentlichen Meinung westlicher Staaten sollte ein positives DDR-Bild erzeugt werden, um so politischen Druck auf die Regierungen auszuüben. Diese hier als Public Diplomacy verstandene Strategie hatte jedoch enge Grenzen. Anhand eines Vergleichs von Panorama-Veröffentlichungen in Frankreich und Großbritannien zwischen 1964 und 1973 zeigt diese Studie, dass die Praxis der Auslandsinformation ihrem Anspruch nicht genügen konnte – nicht zuletzt, weil sich die Propagandisten der Partei ideologisch selbst im Weg standen.

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4 Die Auslandsinformation der DDR – erfolgreiche Public Diplomacy im Westen? 77

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4 Die Auslandsinformation der DDR – erfolgreiche Public Diplomacy im Westen? Welche Schlussfolgerungen lassen sich nun aus dieser Gegenüberstellung von An- spruch und Praxis der Auslandsinformation der DDR am Beispiel von »Panorama DDR« ziehen? Zunächst seien nochmals die in der Einleitung formulierten Fragen in Erinnerung gerufen, auf die sich diese Untersuchung konzentriert. Das waren im ein- zelnen: Welche Inhalte bzw. welches DDR-Bild wollten die Ost-Berliner Propagan- disten in den westeuropäischen Gesellschaften verbreiten? Welche politischen Ziele verfolgten sie damit und inwieweit waren sie erfolgreich? Welche Medien druckten also das Material von »Panorama DDR«, und wen erreichte man? Ließ sich die öffent- liche Meinung tatsächlich soweit im eigenen Sinne lenken, dass hierdurch Einfluss auf die Politik genommen werden konnte? Hatte die Auslandspropaganda der DDR also die Spezifika der westlichen Medien insoweit verstanden, dass sie mit Panorama den »Königsweg durch die Hintertür« erfolgreich nutzen konnte? Mit der systematischen Analyse der 1963 festgelegten Strategie der Auslandsinfor- mation lässt sich bestätigen, was schon seit längerem Konsens in der Forschung ist: In erster Linie ging es den Verantwortlichen der SED um eine internationale Aner- kennung ihres Staates, um einerseits ihren außenpolitischen Spielraum zu vergrößern, gerade in Konkurrenz zur Bundesrepublik. Andererseits, und das war letztlich der wichtigere Faktor, versprachen sie sich einen Legitimationsgewinn für ihre Herrschaft nach innen. Damit war die Auslandsinformation in den 1960er Jahren vor allem Teil derWestpolitik der DDR, die Hans-Georg Golz treffend charakterisiert hat: »So stand bis 1973 ein...

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