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Die Philosophie und die UNESCO

Mit einem Nachwort von Jacques Poulain- Im Auftrag der Deutschen UNESCO-Kommission aus dem Französischen übersetzt von Hans Jörg Sandkühler

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Patrice Vermeren

«Es gibt keine UNESCO ohne Philosophie» – so die programmatische Erklärung dieser 1945 mit dem Ziel dauerhaften Friedens entstandenen Weltorganisation. Ohne sich auf eine bestimmte Philosophie festzulegen, versteht sie sich als eine ‘philosophische Institution’: Sie will ihren Beitrag leisten durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur, um in der ganzen Welt die Achtung vor Recht und Gerechtigkeit, vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten zu stärken. Es handelt sich um eine Zielsetzung, die mit Mitteln, die selbst philosophischer Natur sind, zur praktischen Anwendung einer Philosophie des Rechts, der Menschenrechte und der Universalgeschichte verpflichtet. In dieser Perspektive hat der Autor eine Geschichte der intellektuellen und institutionellen Beziehungen zwischen der UNESCO und der Philosophie seit 1945 verfasst.

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XI

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Von philosophischen Begegnungen zu einem Internationalen UNESCO-Tag der Philosophie: Geteilte Philosophie Die UNESCO geht auf die Philosophie zu, und zugleich wenden sich die Philosophinnen und Philosophen an die UNESCO. Dies traf im Augen- blick ihrer Gründung zu – in Form des anlässlich der Generalkonferenzen organisierten ‹Monats der Philosophie› –, und dies bewahrheitete sich in allen Vorträgen, Kolloquien und Gedenkfeiern, die im Verlauf von in- zwischen mehr als sechzig Jahren durchgeführt wurden. Die 1990er Jahre führten zu zwei neuen Vorhaben, die in der Notwendigkeit gründeten, der Welt zu zeigen, dass die UNESCO mehr denn je das Haus der Philoso- phie sein muss. Wie vollzog sich der Übergang von philosophischen Be- gegnungen zum UNESCO-Tag der Philosophie? Die Arbeit der Philosophie öffentlich machen Die Rencontres philosophiques (Philosophische Begegnungen) entspra- chen einem Anliegen des UNESCO-Generaldirektors der 1990er Jahre, Federico Mayor; sie wurden von Ayyam Wassef-Sureau organisiert, um Philosophen, Wissenschaftler und Künstler verschiedener Nationalitäten mit einer gemeinsamen Fragestellung zusammenzubringen und so einen Raum der Reflexion und des öffentlichen Dialogs zu eröffnen. Mit ihrer Vorbereitung wurde ein Kollegium betraut, dem zunächst Judith Schlan- ger, Eshan Naraghi, Nicole Darnell und Jean d’Ormesson angehörten. Es ging nicht darum, zu einem Konsens zu gelangen, sondern der Vielfalt der Meinungen, Abweichungen und Widersprüchen, ja selbst der Unord- nung Raum zu geben; es ging darum, Zeit für die manchmal langwierige und schwierige Reflexion zu haben, die Gesten, das Zögern, die Gesichter sichtbar und die Stimmen – auch die der Öffentlichkeit...

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