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Kernberufe

Ein Baustein für ein transnationales Berufsbildungskonzept

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Georg Spöttl and Jessica Blings

Die europäische Diskussion zur Gestaltung einer länderübergreifenden Berufsbildungspolitik konzentriert sich vorrangig auf einzelne Instrumente, die kaum in der Lage sein dürften, den eigenen Anspruch, nämlich einen europäischen Berufsbildungsraum zu gestalten, einzulösen. Der Grund dafür ist, dass diese Instrumente nur einzelne Facetten von dem zum Gegenstand haben, was Berufsbildung und eine Berufsbildungspolitik ausmachen. Im Buch Kernberufe wird deshalb ein Vorschlag entwickelt, wie europäische Kernberufe dazu beitragen können, einen europäischen Bildungsraum mitzugestalten. Die Idee für europäische Kernberufe basiert auf einem arbeitsprozessbezogenen Ansatz, der Arbeit und Bildung umfassend betrachtet, und der als Grundkonzept für Berufsbildungsprofile geeignet ist, die in allen europäischen Ländern relevant sind. Der Arbeitsprozessbezug garantiert dabei die Verbindung zu den Herausforderungen des Arbeitsmarktes, aber auch zu den übergeordneten Bildungsansprüchen von Mitgliedern moderner Gesellschaften.

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2 Neue Herausforderungen durch Gesellschaft und Arbeitswelt 17

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Neue Herausforderungen durch Gesellschaft und Arbeitswelt 17 2 Neue Herausforderungen durch Gesellschaft und Arbeitswelt 2.1 Berufliche Arbeit in der Wissensgesellschaft Die gegenwärtige und zukünftige Epoche kann vor allem durch Begriffe wie „Wissensgesellschaft“4 und „Wissensmanagement“ gekennzeichnet werden. Dem Wissen, seiner systematischen Suche, Selektion und Anwendung, kommt somit eine wachsende gesellschaftliche, soziale und ökonomische Bedeutung zu, vor allem seine soziale Funktion erweitert sich wesentlich. Was macht dieses in der Wissensgesellschaft erforderliche und neu zu be- zeichnende Wissen5 aus? Informiert man sich heute über Wissensbestände, so fällt die ungeheure Zunahme der Wissensmenge als die gravierende Verände- rung auf. Gegenwärtig kann von einem exponentiellen Anstieg der Informati- onsmenge und des Fachwissens gesprochen werden (Abb. 1). Die wachsende Produktion von Informationen und „die zunehmende Wissensbasierung und er- höhte Reflexivität sämtlicher gesellschaftlicher Bereiche“ ist heute sogar „Para- meter für die analytische Beschreibung von Gesellschaften“ (Kübler 2009, S. 17). Die Diffusion wissenschaftlich-technischen Wissens in die Lebens- und Berufsbereiche ist jedoch nicht immer mit einer Verdrängung anderer, traditio- neller Wissensformen verbunden, sondern geschieht in Form eines Neben- und 4 Der Begriff „Wissensgesellschaft“ wird berechtigterweise kritisch diskutiert, da Wissen eine subjektive Kategorie ist und fraglich ist, ob das Wissen der Subjekte insgesamt ge- stiegen ist oder – was wahrscheinlicher ist – nur bestimmter Gruppen. Beim größten Teil des immer schneller produzierten Wissens handelt es sich zudem um hochspeziali- siertes und durch immer weitere Ausdifferenzierung der Domänen entstandenes Detail- wissen, das in erster Linie für kleine...

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