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Gerechtigkeit und Frieden als Prinzipien der globalen Ordnung

Plädoyer für ein anderes Weltsystem

Volker Bialas

In diesem Buch werden die Hintergründe großer Kriege untersucht sowie Perspektiven für eine globale Friedensordnung aufgezeigt. Ein historischer Exkurs erinnert daran, dass am Beginn der Neuzeit ein Krieg Mitteleuropa verwüstete, während zugleich wichtige kriegsrechtliche und friedenspolitische Prinzipien begründet wurden. In dem Dilemma von Wissenschaft und Krieg wurde im 20. Jahrhundert die atomare Bedrohung als ein ungelöstes Problem der Menschheit erfahren. Seither ist die militärische Hochrüstung nicht von ökonomischen und strategischen Interessen zu trennen. Ebenso zeigt die Erfahrung, dass Gewalt der Gewalt nicht zum Frieden führt. Erst die Konzeption einer Kultur des Friedens mit dem Prinzip von Gerechtigkeit als Maß des Friedens bildet das positive Gegenmodell zur Politik von Krieg und Vergeltung.

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II. BEGRIFFLICHKEIT UND WERTGEFÜGE

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Einführung: Der Zusammenhang von Frieden und Gerechtigkeit Herkunft und Verwendung des Wortes Frieden (griechisch: Eiréne, latei- nisch: pax) lassen seine vielfältige, schon seit mehr als zwei Jahrtausenden gewachsene Bedeutung erkennen. Nach langjährigen kriegerischen Ausein- andersetzungen in Kleinasien und in Griechenland galt bereits in grie- chisch-hellenistischer Zeit der Krieg als positives Mittel der Politik. Indem er letztlich das erklärte Ziel verfolgen soll, den Frieden herbeizuführen, wird ihm so seine Rechtfertigung zugewiesen. Dementsprechend lässt Aristoteles den Krieg um des Friedens willen zu, wie eben das Notwendige und Nützliche um des Edlen willen zu betreiben ist.1 Nicht viel anders soll im antiken Rom die Expansion des Staates dem Frieden dienen, wenn in der Pax Romana dem Besiegten auferlegt wird, sich gleichermaßen Rom zu unterwerfen wie auch römischen Schutz gegen andere Fremdvölker in Anspruch zu nehmen. Es hat den Anschein, als ob der Begriff Frieden den Zusammenhang zu Gewalt und Krieg, nach deren Überwindung oder Beendigung er sich ein- stellt, mit Notwendigkeit erfordere. Insofern scheint für ihn das Moment der Negativität seit den Anfängen der europäischen Geistesgeschichte bestim- mend gewesen zu sein. Frieden in der Negativität bestimmt sich hiernach als Rechtfertigung für einen Krieg und als dessen Beendigung, als Diktat des Siegers und Herstel- lung eines neuen Rechtsverhältnisses nach dem Krieg. Jedoch wird Frieden ebenso als die ursprünglich von numinosen Mächten empfangene positive Qualität in der Gewährung und Stiftung von Eintracht in...

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