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Konzertprogramme

Das Kernprodukt als Chance und Herausforderung für Konzerthäuser

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Dorothee Kalbhenn

Bei der Suche nach Wegen aus der Krise des klassischen Konzerts wird dessen eigentliches Kernprodukt Konzertprogramm selten als Lösung ausgewiesen. Es steht bislang vielmehr unter dem Verdacht, mit immer gleichem Schema und Repertoire vor allem eines zu sein: ewig gestrig. Grund genug, gerade solche Konzertprogramme auf zeitgemäße Potenziale zu untersuchen, die in traditionellem Rahmen stattfinden. Aus einem von Kulturpessimismus befreiten, aber kritischen Blickwinkel beleuchtet das Buch die Programme heutiger Konzerthäuser in ständigem Abgleich mit der historischen Gestalt von Programmen. Qualitative Saisonanalysen sowie Interviews mit den Intendanten von Gewandhaus zu Leipzig, Kölner Philharmonie und Elbphilharmonie Hamburg nähern sich Antworten auf die Frage: Was kann das Kernprodukt?

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7 Gewandhaus zu Leipzig – Haus der Tradition 141

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141 7 Gewandhaus zu Leipzig – Haus der Tradition Das Gewandhaus zu Leipzig ist das einzige innerhalb dieser Arbeit betrachtete Konzerthaus mit einem eigenen und nicht lediglich angegliederten Orchester; da Orchester und Haus eine strukturelle und organisatorische Einheit bilden, kann bei einem Überblick über die Geschichte des Hauses die des Orchesters nicht ausgelassen werden. Als 1743 in Leipzig eine Konzertgesellschaft gegründet wurde, war das we- der für Leipzig noch national betrachtet ein Novum (s. Kap. 2.2.1). Neu hinge- gen war, dass die von Adligen und Bürgern getragene Konzertunternehmung keine Liebhaberkonzerte mit eigener Beteiligung durchführte, sondern von An- beginn 16 in ihren Dienst gestellte Profis und Studenten musizieren ließ.483 Die- se wurden über die Eintrittsgelder finanziert, denn die ‚Großen Concerte‘ waren von Anbeginn öffentlich zugänglich für all jene, die sich den Eintritt leisten konnten. Damit wurde Leipzig zu einem frühen Beispiel für die Institutionalisie- rung des bürgerlichen Konzertlebens und sein Orchester ist, so deklariert es heu- te die Homepage, „das älteste bürgerliche Konzertorchester im deutschen Raum“484. Dadurch, dass das Orchester ab 1781 für gut 100 Jahre in der Kauf- halle der Tuchmacher seine Heimatstatt fand, erhielt es den Namen ‚Gewand- hausorchester‘. Immer wieder wurden dessen Mitglieder auch zur Mitwirkung in Theaterorchestern oder für die Durchführung von Kirchenmusiken verpflichtet – denn auch hier wurden immer höhere musikalische Anforderungen gestellt, die nach dem Engagement von professionellen Musikern verlangten (s. Kap. 2.3.1). Mit den wachsenden Aufgaben stieg auch die...

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