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Konzertprogramme

Das Kernprodukt als Chance und Herausforderung für Konzerthäuser

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Dorothee Kalbhenn

Bei der Suche nach Wegen aus der Krise des klassischen Konzerts wird dessen eigentliches Kernprodukt Konzertprogramm selten als Lösung ausgewiesen. Es steht bislang vielmehr unter dem Verdacht, mit immer gleichem Schema und Repertoire vor allem eines zu sein: ewig gestrig. Grund genug, gerade solche Konzertprogramme auf zeitgemäße Potenziale zu untersuchen, die in traditionellem Rahmen stattfinden. Aus einem von Kulturpessimismus befreiten, aber kritischen Blickwinkel beleuchtet das Buch die Programme heutiger Konzerthäuser in ständigem Abgleich mit der historischen Gestalt von Programmen. Qualitative Saisonanalysen sowie Interviews mit den Intendanten von Gewandhaus zu Leipzig, Kölner Philharmonie und Elbphilharmonie Hamburg nähern sich Antworten auf die Frage: Was kann das Kernprodukt?

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9 Elbphilharmonie Hamburg – Haus der Zukunft 175

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175 9 Elbphilharmonie Hamburg – Haus der Zukunft Hamburg befindet sich aktuell im Übergang von der Ära des traditionsreichen Konzerthauses Laeiszhalle hin zur neuen Ära des Prestigeobjekts Elbphilharmo- nie. Beide Häuser eint vor allem eines: Ihre Realisation ist das Ergebnis einer Tradition des kulturellen Engagements der hanseatischen, merkantilen Bürger- schaft. Die 1908 eröffnete ‚Laeiszhalle – Musikhalle Hamburg‘ konnte durch die Bereitstellung von monetären Mitteln des Hamburger Reeders Carl F. Laeisz gebaut werden. Auch der Bau der Elbphilharmonie wird durch einen nicht uner- heblichen Kraftakt von Hamburger Bürgern getragen, indem deren eigens ge- gründete ‚Stiftung Elbphilharmonie‘ immerhin 57,5 Millionen Euro zum knapp 380 Millionen Euro teuren Bau des Gebäudes beisteuert. Die Stiftung wird auch die Konzertplanung der Elbphilharmonie mitfinanzieren.584 Es ist m. E. zu be- zweifeln, ob ein solches Projekt in Städten gestemmt werden könnte, die nicht über eine seit Jahrhunderten starke – auf ihre Stärke stolze – Bürgerschaft verfü- gen; dieses Engagement erscheint vor dem Hintergrund des in Kap. 3.2.2.4 er- läuterten Rückgangs gesellschaftlicher Teilhabe am Konzert außergewöhnlich. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Laeiszhalle durch die Elbphilharmonie nicht ersetzt, sondern ergänzt werden soll.585 Bis auf den Baubeginn 2007, verschiedentliche Verteuerungen und Verzö- gerungen eben dieses Baus und die damit verbundene Verschiebung der Eröff- nungssaison586 kann die Elbphilharmonie noch mit wenig konkreten geschichtli- chen Daten aufwarten: Sie ist noch nicht einmal eröffnet. Eben diese Ge- schichtslosigkeit zeichnet sie aus. Ihr...

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