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Konzertprogramme

Das Kernprodukt als Chance und Herausforderung für Konzerthäuser

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Dorothee Kalbhenn

Bei der Suche nach Wegen aus der Krise des klassischen Konzerts wird dessen eigentliches Kernprodukt Konzertprogramm selten als Lösung ausgewiesen. Es steht bislang vielmehr unter dem Verdacht, mit immer gleichem Schema und Repertoire vor allem eines zu sein: ewig gestrig. Grund genug, gerade solche Konzertprogramme auf zeitgemäße Potenziale zu untersuchen, die in traditionellem Rahmen stattfinden. Aus einem von Kulturpessimismus befreiten, aber kritischen Blickwinkel beleuchtet das Buch die Programme heutiger Konzerthäuser in ständigem Abgleich mit der historischen Gestalt von Programmen. Qualitative Saisonanalysen sowie Interviews mit den Intendanten von Gewandhaus zu Leipzig, Kölner Philharmonie und Elbphilharmonie Hamburg nähern sich Antworten auf die Frage: Was kann das Kernprodukt?

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10 Facettenreichtum zwischen Begrenzung und Potenzial: Was ist möglich im Konzerthaus? 191

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191 10. Facettenreichtum zwischen Begrenzung und Potenzial: Was ist möglich im Konzerthaus? Die soeben geleisteten Beschreibungen der Standorte Gewandhaus zu Leipzig, Kölner Philharmonie und Elbphilharmonie Hamburg sowie die Bestandsauf- nahmen ihrer jeweiligen Saisonprogramme zeigen deutlich, wie von verschiede- nen Ausgangspositionen aus individuelle Wege für eine vielseitige Saisongestal- tung beschritten werden können. Damit ist die nötige Grundlage für die nun fol- gende Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Experteninterviews geschaf- fen: Im Fokus stehen die empirischen Berichte von Andreas Schulz vom Ge- wandhaus, Annette Wolde und Louwrens Langevoort von der Kölner Philhar- monie und Christoph Becher von der Elbphilharmonie Hamburg. Die Subjekti- vität ihrer Schilderungen wird durch den ständigen Abgleich mit den objektiven Untersuchungsergebnissen der quantitativen Studie (s. Kap. 7, 8, 9) optimal für den Gewinn aussagekräftiger Informationen ausgeschöpft. Die leitfadenorien- tierte Interviewführung ermöglicht die paraphrasenhafte Verdichtung des Ge- sprächsmaterials629: Dabei dienen die einzelnen Überschriften der folgenden Un- terkapitel der Kategorisierung thematisch vergleichbarer Textpassagen der In- terviews.630 Die einzelne Untersuchung der Konzerthäuser ist somit abgeschlos- sen; die nun folgende, querschnittshafte Betrachtung der Praktiken an den ver- schiedenen Konzerthäusern erlaubt eine Ableitung möglichst abstrakt formulier- ter, zusammenfassender Erkenntnisse. Unterstützend werden bei diesem Prozess die nicht an ein spezifisches Konzerthaus gebundenen Äußerungen des Juroren des Preises für die beste Konzertsaison, Winfried Jacobs, hinzugezogen. Auch der durch den DMV formulierte Anspruch an Programme (s. Kap. 1) wird zur Orientierung eingesetzt. Die Ermittlung grundlegender, real...

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