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Die Burg im Minnesang und als Allegorie im deutschen Mittelalter

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Edited By Ricarda Bauschke-Hartung

In acht Aufsätzen haben sich Fachkolleginnen und -kollegen mit dem Phänomen «Burg» im Minnesang, in der Minnerede und als Minneallegorie des deutschen Mittelalters auseinandergesetzt. Besprochen werden der metaphorische Spielraum von Burgmotivik im «Hohen Sang», im Tagelied und in Ulrichs von Liechtenstein Frauendienst. Den burgfernen Ereignisräumen Neidharts und den historischen Burggebäuden im Leben Oswalds von Wolkenstein sind eigene Beiträge gewidmet. Das Spannungsverhältnis zwischen dem institutionalisierten Burgraum und der Diskursivität von Minne steht bei der Behandlung der Minnereden im Vordergrund. Untersuchungen zur Allegorie der Minneburg und zum burgnah konzipierten Kloster der Minne runden das Bild ab.

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Dorothea Klein (Kiel): Allegorische Burgen - Variationen eines Bildthemas 113

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Allegorische Burgen Variationen eines Bildthemas' von Dorothea Klein, Kiel Allenthalben stößt man in der Dichtung, Allegorese und Ikonographie des ho- hen und späten Mittelalters auf die Burg als Bedeutungsträger und allegori- sches Requisit, wie die von Roger S. Loomis2, Roberta D. Cornelius3, Erika Kohler4 und Walter Blank' gesammelten Beispiele belegen. Dichten im alle- gorischen modus dicendi heißt zwar, grundsätzlich zwischen der res signifi- cans und dem significatum, zwischen Wort und Sinn, zu unterscheiden — in der klassischen Formulierung Quintilians: aliud verbis, aliud sensu ostendit (Quint.inst. 8,6,44) —, es heißt aber nicht von vornherein, daß in jedem Fall die Bedeutung genau fixiert wäre. Hier gilt Ingeborg Gliers Feststellung, daß mittelalterliche Allegorien immer wieder „Deutungsspielräume" offen und „[sio manche Situation und so manches Detail" „durchaus mehrdeutig" las- sen.' Welche Bedeutung(en) ein Autor explizit seiner Allegorie zuschreibt und welche er nur implizit mitteilt, wie sich Erzählung und Beschreibung auf der Literalebene zu der vom Autor ausgesprochenen Bedeutung, wie sich metaphorische Konnotation und allegorisches Denotat zueinander verhalten, das ist für jedes Werk jeweils neu zu bestimmen. 1 Vgl. auch meinen Aufsatz: Zur Metaphorik der Gewalt in der ,Minneburg`. In: Würz- burg, der Große Löwenhof und die deutsche Literatur des Spätmittelalters. Tagung vom 9.10.-12.10.2002. Hrsg. von Horst Brunner. Wiesbaden 2003 (Imagines Medii Aevi 15), S. 103-119. Der vorliegende Beitrag schließt sich thematisch, aber auch in einigen Formulierungen an diesen Aufsatz an. 2 Roger S. Loomis: The Allegorical Siege in...

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