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«Subjects of Aspiration»

Untersuchung von diskursiven Prozessen neoliberaler Regierung in einer postfeministischen Frauenzeitschrift

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Kati Kauppinen

Neoliberalismus ist zweifellos eines der einflussreichsten gesellschaftspolitischen Phänomene unserer Zeit. In Anlehnung an Michel Foucault betrachtet die Studie ihn als eine Rationalität der Menschenführung bzw. der Regierung, die ultimativ auf die Ökonomisierung des Sozialen zielt. Diesen Ansatz kombiniert die Studie mit linguistisch orientierter Diskursforschung, um diskursive Prozesse neoliberaler Regierung im Kontext der gegenwärtigen postfeministischen Medienkultur am Beispiel der deutschen Ausgabe der Frauenzeitschrift Cosmopolitan zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser facettenreichen Analyse deuten auf eine weitaus wichtigere politische Bedeutung des Mediums Frauenzeitschrift hin, als ihm die bisherige, weitgehend auf geschlechts- und konsumideologische Aspekte fokussierte Forschung beigemessen hat.

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2 Neoliberalismus als Gouvernementalität 21

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21 2 Neoliberalismus als Gouvernementalität In diesem Kapitel wird zuerst auf die Begriffe Regierung und Gouvernemen- talität eingegangen. Danach wird zunächst ein Überblick über Foucaults For- schungen auf dem Gebiet Gouvernementalität mit Fokus auf Neoliberalismus gegeben und darauffolgend die Herausbildung der neoliberalen Gouverne- mentalität in einen soziohistorischen Kontext gestellt. Anschließend wird auf den durch Foucaults Forschungen initiierten Forschungsansatz Gouvernementa- litätsstudien eingegangen und die vorliegende Arbeit in Bezug auf diesen positi- oniert. Abschließend wird ein Überblick über die bisherigen Forschungsarbeiten zur neoliberalen Gouvernementalität gegeben. 2.1 Regierung Den Begriff Regierung präsentiert Foucault gegen Ende seiner wissenschaftli- chen Laufbahn in Verbindung mit einem neuen Forschungsfeld, den Untersu- chungen zur Gouvernementalität. Während seine früheren, vor allem in Über- wachen und Strafen veröffentlichten Analysen die Machttechniken aus der Per- spektive der Unterwerfung und Disziplin betrachten, bringt das Konzept Regie- rung das ‚positive‘ produktive Potenzial der Macht und den Aspekt der Subjek- tivierung in den Vordergrund und stellt somit eine Art Korrektiv zu seinen frü- heren Machtanalysen dar. (Bröckling et al. 2011, 1; Lemke et al. 2000, 7–8; Gordon 1991, 3–5.) Den Begriff Regierung versteht Foucault in einem engen und einem breiten Sinne. Im engen Sinne bezieht sich der Begriff auf „Regierung in ihrer politi- schen Form“, welches im Wesentlichen der gegenwärtigen konventionellen Be- deutung des Begriffs entspricht. Im breiteren Sinne verweist der Begriff auf un- terschiedlichste Formen der Führung von Menschen, wie dies, so Foucault,...

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