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Der studentische Freundeskreis der Weißen Rose

Ausgewählte Brief- und Tagebuchauszüge

Edited By Heinrich Kanz

Der studentische Freundeskreis der Weißen Rose in München war bisher namentlich nur unter den noch lebenden Zeitzeugen im Verständnis der oral history bekannt. Für die historische, politisch-aktuelle und mitmenschliche Aufarbeitung durch heutige Generationen ist es bedeutsam, der Frage nachzugehen, ob die Mitglieder der Weißen Rose bei namentlich bekannten Mitstudentinnen und Mitstudenten Gesprächskontakte und geistige Freundschaft erlebten, die ihre Widerstandsaktivitäten mittrugen, beziehungsweise zumindest innerlich unterstützten. Deshalb ist es angebracht, innerhalb der heutigen Möglichkeiten zu versuchen, Persönlichkeiten aus der studentischen Umgebung namhaft zu machen, mit denen einzelne Mitglieder der Weißen Rose nachweislich geistige Kommunikation erlebten. Wie sich studentisches Vertrautsein und geistige Verbindung darstellen, wurde unter Verwendung heute vorhandener Originalbriefe und Tagebuchauszüge aus der Zeit 1939-1945 und aus Briefen der Rückerinnerung von Betroffenen 1990 bearbeitet.

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1 Vorwort 13

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13 1 Vorwort Es hat mich persönlich seit langer Zeit beschäftigt, wer eigentlich zum Freundes- kreis der Weißen Rose in München gehörte. Er wird in der Literatur als feste Größe angesprochen. Entsprechende Namen sind jedoch noch nicht zusammen- fassend aufgrund einer jetzt erst möglichen Untersuchung systematisiert worden. Gerade dieses aber interessierte mich aufgrund meines wissenschaftlichen und persönlichen Lebenslaufes, der mich mit betreffenden einzelnen Persönlichkeiten in Verbindung gebracht hat. Wenn man sich um Personen aus der NS-Zeit bemüht, sind deren Erkenntnis- bedingungen vor allem in Hinblick auf die geistige und physische Gewaltherr- schaft der Gestapo heranzuziehen. Insofern kann es sich nur um Annäherungen an historische Normalaussagen handeln, wie sie sich in Relativierung geläufiger historischer Erkenntnisstandards darstellen, in außergewöhnlichen Situationen, in denen etwa die Oral History nicht von vornherein als halbwissenschaftlich deklassiert wird, wobei sie öfter die einzige Möglichkeit einer vermutenden Er- hellung der Sachlage ist. Schon der Begriff Freundeskreis ist aus damaliger Sichtweise heraus zu deuten. Ob es sich um wirkliche Freundschaft oder nur um näheres studentisches Ver- trautsein von Studienkolleginnen und -kollegen, um Geistesgenossenschaft oder gegenseitiges ideelles Verstehen, um Personen „derselben Kragenweite“ handelt, wie sich einer von ihnen damals ausdrückte, um dieselben Kultur- und Freizeitin- teressen oder ob nicht einfachhin nähere Bekanntschaft vorliegt, das ist zu fragen. Jedenfalls hat mich dies alles angeregt, einmal das Phänomen Freunde, Freun- dinnen (Zusammenfassung Freundeskreis) und nähere Bekannte der Münchener Weißen Rose...

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