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Paris, London und die europäische Provinz

Die frühen Modejournale 1770-1830

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Astrid Ackermann

Die Modejournale des ausgehenden 18. und des beginnenden 19. Jahrhunderts versprachen ihrem breiten Publikum die Vermittlung von Lebensstil und Geschmack. Geschmacksbildung tangierte im zeitgenössischen Verständnis den einzelnen wie das Gemeinwesen. Sie war auch von ökonomischer Bedeutung; die Magazine bemühten sich um eine Gewerbeförderung. Sie waren auf die in Paris und London entworfenen Leitbilder ausgerichtet. Gleichwohl propagierten sie einen «nationalen Geschmack». Es zeigt sich, wie weit die nationale Idee verankert war. Gerade an die Leserinnen richteten sich zahlreiche Artikel, die das Verhältnis zwischen den Geschlechtern zum Thema hatten. Einem komparativen Ansatz folgend wurden gemischte Modemagazine aus England, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Italien herangezogen.

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8. Zusammenfassung

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Die vorgestellten Modemagazine aus England, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Italien entwarfen Leitbilder von Mode und Geschmack und eines als zeitgemäß und attraktiv geltenden Lebensstils. In der breiten Anlage ihrer Themen, ihrer Orientierung an grundlegenden Fragen des Zusammenle- bens, der Geschlechterbeziehungen, ihrem Interesse für die Vergnügungen - Lektüre, Mode, Musik, Theater - waren sie auf das gesellschaftliche Leben ausgerichtet. Dabei vermengten sie moralische, politische und ökonomische Aspekte und zeigten sich auch als Medien der nationalen Ideen ihrer Zeit. Ihre thematische Vielfalt findet ihren gemeinsamen Nenner im Bemühen um Ge- schmacksbildung. Wiederholt betonten die Magazine, dem „guten Ge- schmack" gewidmet zu sein. So wie er sich bereits in der Art und Weise der Annäherung an die unterschiedlichen Inhalte zeigen solle, erfolge auch die Geschmacksbildung in den verschiedenen Bereichen: in der Modeberatung, durch die Beispiel und Vorbild gebenden Abbildungen, in Abhandlungen über die Künste, durch die Schulung in grundlegenden wissenschaftlichen Katego- rien und durch Überlegungen zu Fragen des gesellschaftlichen Umgangs und Werthaltungen. Indem sie Unterweisung in geschmacklichen Fragen offerier- ten und dem Leser zugleich bereits mit der Lektüre die eigene geschmackli- che Befähigung bestätigten, erzeugten sie ihre eigene Notwendigkeit. Im „Geschmack" verbanden sich im zeitgenössischen Verständnis Stilidea- le und innerste Werte des Menschen und der Gesellschaft, das Wahre, Schöne und Wohlanständige. Er sollte sich auf die gesamte Lebensweise, auf Lektüre und Wohnungseinrichtung, die Künste, die Art und Weise des geselligen Um- gangs und nicht zuletzt natürlich...

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