Show Less

Der Fall Eluana

Politische und ethische Probleme im Umgang mit Menschen in dauerhafter künstlicher Lebenserhaltung

Series:

Alexander Hevelke

Die normativen Fragen und Probleme um die Aufnahme und Weiterführung von lebenserhaltenden medizinischen Maßnahmen begegnen uns immer wieder. Zu den wohl prominentesten Beispielen zählt der Fall der Eluana Englaro. Im Rahmen dieser Arbeit kommen vor allem drei normative Konzepte zur Anwendung: Es sind Menschenwürde, Autonomie und Lebensrecht/-interesse/-wert. Dabei wird zuerst untersucht, wie die jeweiligen Konzepte im Rahmen der Fragestellung am sinnvollsten zu verstehen sind, um sie dann auf drei exemplarische Fallbereiche von Patienten in dauerhaft künstlicher Lebenserhaltung anzuwenden. Daraus ergeben sich eine ganze Reihe spezifischer Fragen wie etwa nach der Bindungskraft früherer Entscheidungen oder der Verwendbarkeit des Wertes des Lebens als Gegenpol zum Selbstbestimmungsrecht.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Fazit

Extract

Viele der Ergebnisse dieser Arbeit dürften kaum überraschend sein: So ist der Wille des Betroffenen in den meisten Fällen der Schlüssel für die Frage, ob eine künstliche Lebenserhaltung aufrechterhalten werden soll. Ein Wille, der nur in Form von Patientenverfügungen vorliegt, hat dabei kaum geringeres Gewicht als direkte Forderungen des Patienten. Kaum eines dieser Ergebnisse wird überra- schen, sie entsprechen vielmehr auch der neuen deutschen Gesetzeslage. Interessanter ist der Blick auf die dahinter stehenden Prinzipien: Die viel bemühte Menschenwürde erscheint, von extremen Fällen109 abgesehen, für eine Bearbeitung des Problems fast nutzlos. Natürlich kann man die Würde des Men- schen so breit definieren, dass sie in irgendeiner Form anwendbar ist, damit würde sie aber jeden analytischen Nutzen verlieren. Wenn dies vermieden wer- den soll, ist es nicht nachvollziehbar, dass die Würde des Betroffenen bei der Frage nach einer Fortsetzung der künstlichen Lebenserhaltung in irgendeiner Form in Gefahr wäre. Auch das Prinzip des Lebens, sei es als Recht, Wert oder Interesse, spielt ei- ne geringere Rolle, als man vielleicht hätte annehmen können. Das Recht auf Leben ist für unsere Frage zwar wichtig, aber von der autonomen Entscheidung des Betroffenen abhängig. Es kann nur dann sinnvoll verwendet werden, wenn der Patient eine Fortführung der künstlichen Lebenserhaltung wünscht. In die- sem Fall verletzt es sowohl die Autonomie, als auch das Recht des Patienten auf Leben, ihm seinen Wunsch zu verweigern. Das Recht...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.