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Anthropologie und Ästhetik in Schillers Staat

Schiller im politischen Dialog mit Wilhelm von Humboldt und Carl Theodor von Dalberg

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Thomas Ulrich

Die Arbeit stellt sich die Frage, ob Schiller durch seine philosophischen Schriften der 1790er Jahre als politischer Schriftsteller verstanden werden kann. Ideengeschichtlich wird dabei Schillers Werk bis 1796 untersucht. Zu dieser Zeit pflegt er engen Umgang mit Wilhelm von Humboldt und Carl von Dalberg. Ihre Diskussionen drehen sich um die Geschehnisse in Frankreich, das kurz nach der Revolution darum bemüht ist, eine neue Staatsform zu etablieren. Beide Politiker verfassen Schriften, die sich mit dieser Thematik beschäftigen und bitten Schiller, an der Diskussion teilzunehmen. Die Arbeit versteht seine ästhetische Erziehung als einen solchen Versuch, in dem er die Komplexe Ästhetik und Politik in Berücksichtigung seiner anthropologischen Ansichten miteinander in Beziehung setzt.

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Erster Teil: Frühe Schriften, Erkenntnisse der Akademiejahre 19

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19 Erster Teil: Frühe Schriften, Erkenntnisse der Akademiejahre I. Philosophische Vorbedingungen: Schiller als Eleve an der Hohen Karlsschule Das erste Kapitel beschäftigt sich mit den Schriften des jungen Schiller. In einem ersten Schritt soll es um Grundüberzeugungen gehen, die Schiller im Rahmen seiner Ausbildung zum Juristen bzw. Mediziner an der Hohen Karlsschule er- worben hat. Die Vermittlung grundlegender Standpunkte der zeitgenössischen Philosophie bildet den Ausgangspunkt für Schillers spätere staatsphilosophi- schen Überlegungen. Das für diese Untersuchung relevante zeitgenössisch-medizinische Wissen findet sich in den frühen medizinischen Veröffentlichungen Philosophie der Physiologie und Versuch über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen, die in einem ersten Schritt betrachtet werden. Hierbei geht es vor allem um die Darstellung von Schillers frühem Menschen- bild. Die Definition des Menschen als dualistisches Wesen, das stetig zwischen Sinnlichkeit und Vernunft schwankt, bildet den Ausgangspunkt für Schillers Gesellschaftstheorie. Der gesellschaftliche Zusammenhang stellt besondere Anforderungen an den dualistischen Menschen. Schiller beschäftigt sich bereits im Kontext seiner me- dizinischen Schriften mit diesen Begebenheiten. Von besonderer Bedeutung wird der Prozess der Integration des Individuums in den gesellschaftlichen Zusam- menhang in Schillers frühen Dramen, die aufgrund des engen Verhältnisses mit seinem frühen Menschenbild ebenfalls im ersten Kapitel behandelt werden. Die dramatischen Konflikte in Die Räuber und in Kabale und Liebe basieren auf dem schwierigen Prozess der Übereinkunft von individuellem Verlangen und gesell- schaftlicher Forderung. Karl und Franz Moor sind Musterbeispiele für eine indi-...

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