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Die Österreichische Schule der Nationalökonomie

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Edited By Reinhard Neck

Im letzten Drittel des 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde von Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek und zahlreichen anderen Wirtschaftswissenschaftern die Österreichische Schule der Nationalökonomie begründet, die auf die Entwicklung der Wirtschaftstheorie und der Theorie der Wirtschaftspolitik beträchtlichen Einfluss ausübte. Derzeit sind die «Austrians» vor allem im angelsächsischen Sprachraum aktiv; sie vertreten in ihrer betont marktwirtschaftlichen Ausrichtung eine unverwechselbare und in der aktuellen Diskussion relevante wirtschaftspolitische Position. Auch Politiker des deutschen Sprachraums nehmen bei der Begründung marktwirtschaftlich orientierter Reformvorschläge oft auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie Bezug. In diesem Buch werden Positionen und Themen der Österreichischen Schule der Nationalökonomie dargestellt und diskutiert, wobei wirtschaftspolitische Fragen im Vordergrund stehen.

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Kapitel 5 – Die Beiträge der Österreicher zur „Sozialismusdebatte"

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Die Beiträge der Österreicher zur „Sozialismusdebatte" 129 Kapitel 5 Die Beiträge der Österreicher zur „Sozialismusdebatte" Reinhard Neck 5.1 Vorbemerkungen Die „Sozialismusdebatte" oder „Kontroverse über die Wirtschaftsrechnung im Sozialismus" wurde insbesondere in der Zwischenkriegszeit über die Frage ge- führt, ob in einem Wirtschaftssystem, das als sozialistisch zu bezeichnen ist, also insbesondere einem Wirtschaftssystem mit zentraler Planung und kollektivem Eigentum an den Produktionsfaktoren, eine Wirtschaftsrechnung möglich ist und ob ein solches System effizient sein kann. Die wichtigsten Teilnehmer dieser Dis- kussion waren Ludwig von Mises, Oskar Lange und Friedrich August von Hayek. Mises und Hayek waren prominente Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie der Zwischenkriegszeit und der unmittelbaren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Debatte wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart insbesondere von Vertretern der amerikanischen „Austrians" geführt, wobei eine neunbändige Sammlung der wichtigsten Beiträge zu dieser Debatte vom gegenwärtigen Herausgeber der Review of Austrian Economics, Peter Boettke (2000), herausgegeben wurde. Aus diesen Gründen kann man die „Sozialismusde- batte" als ganz wesentlich durch Vertreter der Österreichischen Schule der Natio- nalökonomie bestimmt charakterisieren. Darüber hinaus stellen die Beiträge der Vertreter dieser Schule zur „Sozialismusdebatte" in einem gewissen Sinn eine Kristallisation der wesentlichen Elemente der Interpretation ökonomischer Sach- verhalte durch die Vertreter der Österreichischen Schule dar. Im folgenden Beitrag sollen kurz die wichtigsten Arbeiten der Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie zur „Sozialismusdebatte" dargestellt und besprochen werden, wobei insbesondere die Interpretation der Debatte durch diese Vertreter selbst...

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