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Stabilität und Flexibilität in der Semantik

Strukturelle, kognitive, pragmatische und historische Perspektiven

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Inge Pohl and Klaus-Peter Konerding

Der Band beinhaltet die überarbeiteten Vorträge der Konferenz Stabilität und Flexibilität in der Semantik. Strukturelle, kognitive, pragmatische und historische Perspektiven, die vom 8. bis 10. Mai 2003 an der Universität Koblenz-Landau / Campus Landau stattfand. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welcher Form relevante Faktoren der Eigenschaften semantischer Flexibilität und Stabilität in Erscheinung treten und inwiefern diese Faktoren jeweils Erklärungskraft für die spezifische Konstitution von Bedeutungen besitzen. Bekannt ist, dass Stabilität und Flexibilität kontextgerechten Sprachgebrauch ermöglichen, ohne dass bisher wissenschaftlich ausgereifte Modelle oder auch nur ein hinreichender Überblick über die Vielfalt der involvierten Faktoren und Prinzipien verfügbar wären. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes bieten repräsentative Perspektiven auf die komplexe Forschungsproblematik.

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B. Dimensionen semantischer Flexibilität und Stabilität bei Autosemantika und Synsemantika

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CHRISTINA GANSEL Semantische Referenz und Wirklichkeitskonstruktion: Zur Rolle von Prototypen und Stereotypen bei der Aushandlung der Bedeutung von Abstrakta 1. Einleitung Ein Kompositum wie Spaßgesellschaft, das sich in der gesellschaftlichen Kommunikation der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren etabliert hat, eignet sich aus meiner Sicht in besonderer Weise dazu, theoretische Diskus- sionen zur Konstituierung von Bedeutungen zu vertiefen. Es handelt sich um einen abstrakten Ausdruck, dessen lexikalische Bedeutungen in gesellschaft- lichen Diskursen unter den kontextuellen Bedingungen einer Kommunikati- onsgesellschaft konstruiert bzw. ausgehandelt wurde und wird. Die Aushand- lung von Bedeutungen im Diskurs der Kommunikationsgesellschaft fordert nun geradezu die Einbeziehung kommunikationstheoretischer Aspekte in se- mantiktheoretische Überlegungen heraus. D.h., es ist zu überlegen, ob kogni- tionspsychologische Ansätze der lexikalischen Semantik allein hinreichend sind, um die Bedeutung von Abstrakta zu klären. Grundsätzlich geht mein Beitrag davon aus, dass sich beide Aspekte — kommunikationstheoretische und kognitionspsychologische Aspekte — für ein Konzept der lexikalischen Bedeutung als kommunikativ-kognitives Untersuchungsobjekt produktiv ma- chen lassen. 1.1 Kommunikationstheoretische Aspekte Zusammenhänge von semantischer Referenz und Wirklichkeitskonstruktion lassen sich nicht diskutieren, ohne zur Kenntnis zu nehmen, dass die gegen- wärtige Gesellschaft sich zu einer Mediengesellschaft entwickelt hat, was tiefgreifende soziale Veränderungen impliziert (vgl. Merten 2002:27). Mer- ten nennt zwei dominante Entwicklungen als Ursache für diesen sozialen Wandel: a) Das Kommunikationssystem ist "mittlerweile zum führenden Teilsystem der Gesellschaft avanciert" und b) "Die fortschreitende Faktizisie- rung des Fiktionalen" zieht "nie gekannte Veränderungen gesellschaftlicher 90 Christina Gansel Wirklichkeit nach sich" (ebd.). Die Dominanz des Mediensystems...

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