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Problematik des Vorsteuerabzuges bei Holdinggesellschaften

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Dominik Trachte

Die umsatzsteuerliche Unternehmereigenschaft von Holdinggesellschaften ist bereits seit dem Urteil des BFH aus dem Jahr 1984 zur Sphärentheorie fortwährend Diskussionsthema in Literatur, Rechtsprechung und Finanzverwaltung. Diese Arbeit greift den aktuellen Diskussionsstand auf und bietet mit der Mikrounternehmertheorie einen allgemeinen Lösungsansatz zur Beantwortung strittiger Sachverhalte an. Die Problematik der Unternehmereigenschaft und hiermit die Fragen des Vorsteuerabzuges werden anhand der Mikrounternehmertheorie dargestellt. Durch praktische Fallkonstellationen wird die Umsetzung der Mikrounternehmertheorie aufgezeigt. Dem Gesetzgeber und der Finanzverwaltung werden Empfehlungen an die Hand gegeben, die der Beseitigung von Unsicherheiten und ungerechtfertigten Steuerbelastungen dienen.

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2. Begriffliche Grundlagen

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2.1 Holdinggesellschaft 2.1.1 Überblick Die umsatzsteuerliche Unternehmer- bzw. Steuerpflichteneigenschaft wird in der vorliegenden Arbeit schwerpunktmäßig anhand von Problemfeldern untersucht, die im Zusammenhang mit einer sog. „Holding“ auftreten. Die Ursprünge von Holdingkonzepten lassen sich bereits bis an den Anfang des 19. Jahrhunderts zu- rückverfolgen15 und noch heute gilt die Holding als moderne, zeitgemäße und flexible Unternehmensorganisationsform.16 Trotzdem ist dieser Begriff nicht ge- setzlich definiert und wird in der Rechts- und Wirtschaftspraxis sowie in der wissenschaftlichen Literatur nicht immer einheitlich verwendet. Daher muss nachfolgend der für diese Arbeit maßgebende Holdingbegriff erarbeitet und dar- gestellt werden. Ausgangspunkt ist der Versuch, eine rechtliche Grundlage zu finden, was jedoch nur eingeschränkt über den Wortlaut möglich ist. Weiter werden die Rechtsformen dargestellt, in denen eine Holding auftreten kann. Im dritten Schritt kann über die Entstehungsmöglichkeiten einer Holding ein erster Einblick in die Problematik für das Umsatzsteuerrecht skizziert werden. Ab- schließend werden die Ausprägungen einer Holding anhand verschiedener Krite- rien systematisch eingeordnet. 2.1.2 Rechtliche Vorgaben / Wortlaut Ausgehend vom Verständnis des englischen Wortstamms „to hold“17 ist eine Holding ein Unternehmen, das Beteiligungen an anderen Unternehmen hält. Dass die Holding die Beteiligungen beherrschen muss, ist z. B. durch den Wort- laut nicht vorgegeben. Eine direkte gesetzliche Grundlage, welche die Holding 15 Vgl. Lutter, in: Lutter, Holding-Handbuch, 2004, § 1, Rz. 8. 16 Vgl. Bader, Steuergestaltung mit Holdinggesellschaften, 2007, 8; praktische Beispiele in Keller, Die Holding im Mittelstand, 1999. 17 Neben der Bedeutung von „halten,...

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