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Botschaften an die Nachwelt

Was Anne Frank und andere Jüdinnen in der Nazidiktatur ihrem Tage- oder Erinnerungsbuch anvertrauten

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Norbert Kluge

Welche Botschaften haben uns die von den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg verfolgten Jüdinnen hinterlassen? Sie wurden entweder in Tagebüchern vor Ort oder später nach der Befreiung in Erinnerungsbüchern als Vermächtnis für die Nachwelt notiert. In den einzelnen Kapiteln steht nicht so sehr der Zusammenhang von Liebe, Körperlichkeit und sexuellem Begehren im Blickpunkt der Ausführungen. Vielmehr ist der Ausgangspunkt der Darstellung die Gegenseite zwischenmenschlicher und liebender Zuwendung: den kollektiven Hass einer unmenschlich praktizierten Herrschaftsdoktrin an herausragenden Beispielen aufzuzeigen. Folgende Autorinnen wurden für ein erstes Resümee ausgewählt: die Deutsch-Niederländerin Anne Frank, die Französin Hélène Berr, die aus Böhmen stammende Eva Mändl Roubičková, die in Mähren geborene Ruth Elias, die in Bosnien-Herzegowina zur Welt gekommene Hanna Lévy-Hass und die Litauerin Mascha Rolnikaite.

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Vorwort

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Judenhass und Judenverfolgung gab es in früheren Jahrhunderten immer wieder. Aber an Brutalität und Menschenverachtung wurden sie in den 1930er Jahren und erst recht in der ersten Hälfte der 1940er Jahre im Machtbereich des Nazi-Regimes bei Weitem übertroffen. Die „Judenfrage“ sollte ein für alle Mal erledigt, während des 2. Weltkriegs der „Endlösung“ zugeführt werden. Das heißt: Alle europäischen Juden sollten nach Order der Nationalsozialisten, sobald man ihrer habhaft wurde, ermordet werden. Dabei blieb es jedoch nicht. Auch politisch missliebige Personen, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie andere Minderheitengruppen wie beispielsweise Kranke und Kinder fielen der ideologisch motivierten Tötungsabsicht zum Opfer. Wie erlebten junge Jüdinnen diese Zeit der Verfolgung in der Isolation, der Beschneidung wesentlicher Freiheitsrechte, in den Konzentrations- bzw. Vernich- tungslagern? In diesem Band kommen sechs prominente Opfer zu Wort: Anne Frank, die Deutsch-Niederländerin, Hélène Berr, die „französische A. Frank“, die beide im KZ Bergen-Belsen kurz vor der Befreiung des Lagers 1945 starben; des Weiteren die KZ-Häftlinge Eva Mändl Roubičková aus Nordböhmen, Ruth Elias aus der Tschechoslowakei, Hanna Lévy-Hass aus Sarajevo und Mascha Rolnikaite aus Litauen. Alle diese jungen Frauen schrieben authentische Berichte über ihre Schicksale, die entweder schon früh oder erst später in Form von Tage- bzw. Erinnerungsbü- chern publiziert wurden. Die übereinstimmende Hauptintention der Veröffentli- chungen war, dass sich das erlittene Unrecht niemals wiederholen dürfe. Diese Forderung wurde unabhängig voneinander zu einem eindringlichen...

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