Show Less

Acting in Concert im Rahmen der Offenlegungs- und Angebotspflicht

Eine rechtsvergleichende Analyse zum deutschen und schweizerischen Kapitalmarktrecht

Series:

Robert Mai

Gegenstand dieser rechtsvergleichenden Arbeit ist das überwiegend als «Acting in Concert» bezeichnete Zusammenwirken von Aktionären in Bezug auf börsennotierte Gesellschaften. Dabei werden die im deutschen und schweizerischen Kapitalmarktrecht im Bereich der Offenlegungs- sowie der Angebotspflicht zur Erfassung derartiger Verhaltensweisen bestehenden Vorschriften beleuchtet. Die Leistungsfähigkeit eines Finanzmarktes hängt entscheidend vom Vertrauen der privaten und institutionellen Investoren in die Märkte ab. Nur wenn ihr Vertrauen besteht und erhalten bleibt, können die Finanzmärkte ihre wichtigen volkswirtschaftlichen Funktionen erfüllen. Besondere Bedeutung kommt aus diesem Grund der Schaffung von Transparenz zu. Die Untersuchung widmet sich im Kern der Frage, wie diese in beiden Rechtsordnungen realisiert wird und wo die Grenzen zwischen einem lediglich «geschickten» und noch legalen Annähern an eine Zielgesellschaft einerseits und einem für die Auslösung der Melde- bzw. Angebotspflicht relevanten abgestimmten Verhalten von Aktionären andererseits zu ziehen sind.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2. Kapitel. Das abgestimmte Verhalten von Aktionären im deutschen Kapitalmarktrecht

Extract

7 2.  Kapitel           Das   abgestimmte   Verhalten   von   Aktionären   im   deutschen  Kapitalmarktrecht  Die  gesetzlichen  Regelungen,  die  koordinierte  Verhaltensweisen  von  Aktio-­‐nären  im  deutschen  Kapitalmarktrecht  erfassen,  finden  sich  für  den  Bereich  der  Mitteilungs-­‐  und  Veröffentlichungspflichten   im  Gesetz  über  den  Wert-­‐papierhandel   (Wertpapierhandelsgesetz,   WpHG)   und   für   die   öffentlichen  Übernahmeangebote  und  die  Angebotspflicht   im  Wertpapiererwerbs-­‐   und  Übernahmegesetz   (WpÜG).   Das  Wertpapierhandelsgesetz   trat   als   Teil   des  Zweiten   Finanzmarkförderungsgesetzes   teils   am   1.   August   1994,   teils   am  1.  Januar   1995   in   Kraft.22   Das   Wertpapierübernahmegesetz   ist   hingegen  erst  am  1.  Januar  2002  in  Kraft  getreten.23  Die  letzte  wesentliche  Änderung  erfolgte  für  beide  Gesetze  mit  dem  Risikobegrenzungsgesetz,24  welches  am  27.   Juni  2008  vom  Bundestag  verabschiedet  wurde  und  überwiegend  zum  19.  August  2008  in  Kraft  trat.25  Neben  der  Erweiterung  der  Meldepflichten  sowie   der   Verschärfung   von   Sanktionsmöglichkeiten   betraf   ein   Hauptbe-­‐standteil   der   mit   dem   Risikobegrenzungsgesetz   vorgenommenen  Änderungen  die  Regelungen   zur  Erfassung   von   abgestimmten  Verhaltens-­‐weisen  im  WpHG  und  WpÜG.      Die  Aufsicht  über  die  Einhaltung  der  Vorschriften  übt  die  Bundesanstalt  für  Finanzdienstleistungsaufsicht   aus   (vgl.   §§  4  Abs.  1   Satz   1  WpHG  bzw.   §§  4  Abs.  1  Satz  1  WpÜG).  Sie  kann  Anordnungen  treffen,  die  geeignet  und  erfor-­‐derlich   sind,   um   Missstände,   die   die   ordnungsgemäße   Durchführung   des  Handels   mit   Finanzinstrumenten   oder   von   Wertpapierdienstleistungen  oder   Wertpapiernebendienstleistungen   beeinträchtigen   oder   erhebliche  Nachteile   für   den   Finanzmarkt   bewirken   können,   zu   beseitigen   oder   zu  verhindern   (vgl.   §  4   Abs.  1   Satz  2   und   3   WpHG   bzw.   §  4   Abs.  1   Satz   2  Wp...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.