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Sprache und Kultur im Spiegel der Rezension

Ausgewählte Beiträge der GeFoText-Konferenz vom 29.9. bis 1.10.2010 in Vaasa

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Edited By Mariann Skog-Södersved, Christoph Parry and Michael Szurawitzki

Die Rezension stellt aus literatur- und kulturwissenschaftlicher wie auch aus linguistischer Sicht ein vielseitiges Forschungsfeld dar. Auch wenn sie nur über Werke der Literatur und der verwandten Künste informieren will, reflektiert die Rezension mit ihren Wertungen und Argumentationen die Werte und Prioritäten der Gesellschaft. Als konventionalisierte Textsorte geben Rezensionen über sprachliche Mechanismen gesellschaftlichen Handelns und, dank ihrer grundsätzlichen Vergleichbarkeit, über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen Aufschluss. Dieser Band versammelt ausgewählte Beiträge einer Tagung in Vaasa 2010, die einen interdisziplinären und transnationalen Zugang zum Phänomen der Rezension suchte.

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Michael Szurawitzki: Linguistische Untersuchungen zur evaluativen Sprache von Rezensionen aus der Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur

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Michael Szurawitzki Linguistische Untersuchungen zur evaluativen Sprache von Rezensionen aus der Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 1 Einführung Im vorliegenden Beitrag1 werden Rezensionen aus der Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur linguistisch untersucht. Hierbei liegt der Fokus auf der Untersuchung der evaluativen sprachlichen Mittel. Die Wissenschaft- liche Rezension ist von der einschlägigen Forschung als eigenständige wissen- schaftliche Diskursgattung anerkannt (vgl. Günthner/Knoblauch 2007, 53). Der relevanten scientific community (hier der germanistisch-mediävistischen) dürfte bekannt sein, wie wissenschaftliche Rezensionen konkret abzufassen sind, um sich adäquat am Fachdiskurs zu beteiligen. Für den Rezensenten bedeutet dies, zurückgeführt auf das lat. Verbum recēnsēre (‚mustern‘, ‚prüfen‘; vgl. Paul 2002, 800), dass er/sie als den wissenschaftlichen Diskurs Fortführende/r das/ die zu besprechende/n Werk/e prüft. Im Sinne einer diskursspezifischen stilisti- schen Erwartbarkeit (nach Eroms (2008, 22) einem sog. „Stilwert“) müssen sich diese Schritte auch sprachlich vollziehen und als Versprachlichung einer Hand- lung (vgl. Ehlich 1983) eines/einer Wissenschaftler-s/-in als Musterungs- bzw. Prüfungshandlung fassbar werden. Dies gilt auch im Sinne von Sandig (1986), die Stil als ,Art der Handlungsdurchführung‘ auffasst. Im Bereich der germa- nistisch-mediävistischen Wissenschaftssprache ist bisher nicht untersucht, wie evaluative Sprache als Musterungs- und/oder Prüfungshandlung in Rezensionen gebraucht wird. Hierzu soll die vorliegende Untersuchung einen ersten Versuch darstellen; es sei vorausgeschickt, dass die hier aufgeworfene Fragestellung an umfangreicheren Korpora durchgeführt werden müsste, um empirisch möglichst aussagekräftige Resultate erzielen zu k...

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