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Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

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Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

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3. Bedeutungen als Gebrauchsregeln

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Die Ansätze zu einer Gebrauchstheorie der Bedeutung, die im Mittelpunkt der folgenden Betrachtungen stehen, sind den instrumentalistischen Sprachtheorien zuzuordnen. Diese sehen die Bedeutung eines sprachlichen Zeichens nicht in dem, wofür es steht, wie es die auf Aristoteles zurückgehenden repräsentatio- nistischen Theorien tun75, sondern in dem, was es zum Zeichen macht. Nach der gebrauchstheoretischen Auffassung ist es der geregelte Gebrauch eines Zei- chens, der seinen Bezug zur Welt der Dinge bzw. zur Welt der kognitiven Ein- heiten herzustellen erlaubt und somit die Kommunikation von Gedanken ermög- licht. Sprachzeichen sind nicht nur Stellvertreter von Gedanken, sondern auch Werkzeuge des Denkens in dem Sinne, dass sie durch ihren geregelten Gebrauch eine kommunikative Funktion, d.h. eine Bedeutung im Spiel des Kommunizie- rens, erhalten (vgl. Keller 1995: 71-73). Alle in diesem Kapitel zu besprechenden Ansätze leiten sich aus der sprach- analytischen Philosophie her und teilen den Grundgedanken, dass der kommuni- kative Sprachgebrauch als Handeln nach Regeln beschrieben werden kann. Des weiteren besteht eine ihrer Hauptannahmen darin, dass diese Regeln in sozialen Erfahrungen gelernt und den Handlungsabsichten (Sprecherintentionen) gemäß routinemäßig in sprachlichen Interaktionen gebraucht werden. Intentionen und Gedanken76 sind dabei keine Aspekte sprachlicher Zeichen, sie lassen sich aber mit ihrer Hilfe mitteilen bzw. zu verstehen geben und aufgrund der Regeln ihren Gebrauchs im gegebenen Kontext interpretieren. Die Regeln gelten also ledig- lich als Mittel des Zu-verstehen-gebens, die jeweils – sowohl beim Sprechen77 75 Die Scholastik brachte die repräsentationistische Auffassung der Zeichenhaftigkeit auf die Formel aliquid stat pro aliquo. Sie...

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