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Der strafrechtliche Schutz des Rechts am eigenen Bild (§ 201a StGB)

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Florian Hengst

Wer einen Blick in einschlägige Boulevard-Medien wirft, wird erschlagen von Bildern bekannter und unbekannter Personen in ihrem Privatbereich. Unabhängig von einer moralischen oder rechtlichen Bewertung wird hieran eines deutlich: Es scheint ein besonderes Interesse daran zu bestehen, Einblicke in das Privatleben Dritter zu erhalten. Einleitend mit einer Erörterung der historischen Entwicklung des Bildnisschutzes in Deutschland stellt diese Abhandlung den Schutz des Rechts am eigenen Bild vor dem Hintergrund der Einführung des § 201a StGB dar. Ziel der Untersuchung ist zu ergründen, ob hinsichtlich der Ausweitung des Bildnisschutzes – neben dem bereits bestehenden zivil- und strafrechtlichen Schutz außerhalb des Kernstrafrechts – ein zusätzliches Pönalisierungserfordernis vorliegt und ob die Ausgestaltung des § 201a StGB zu überzeugen vermag.

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1. Kapitel: Einleitung

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Wird ein Blick in einschlägige Boulevard-Medien geworfen, wird man er- schlagen von Bildern bekannter oder unbekannter Personen in ihrem Privatbe- reich. Jeder kann Einblicke in häusliche Ehestreitigkeiten der Schauspieler Brad Pitt und Angelina Jolie gewinnen, das Model Heidi Klum beim Sonnenbad in ihrem Garten oder auf ihrer Jacht beobachten oder an weiteren im höchsten Ma- ße persönlichen Momenten Dritter teilnehmen. Dieses Phänomen betrifft sowohl Zeitungen und Zeitschriften der Boulevard-Presse, diverse TV-Magazine und nicht zuletzt verschiedenste Portale des Internets1. Unabhängig von einer mora- lischen oder rechtlichen Bewertung wird hieran eines deutlich: Es scheint ein besonderes Interesse daran zu bestehen, Einblicke in das Privatleben Dritter zu erhalten. Der Gesetzgeber hat sich dem verstärkten Schutz des höchstpersönlichen Le- bensbereichs angenommen. Am 29. April 2004 hat der Bundestag einstimmig die Einführung des neuen § 201a StGB beschlossen, der die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch unbefugte Bildaufnahmen“ mit Frei- heitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bedroht. Das 36. Strafrechtsän- derungsgesetz ist am 6. August 2004 in Kraft getreten.2 Erstmals werden hiermit bestimmte Formen optischen Eindringens in die Privatsphäre durch das Kern- strafrecht erfasst. Gesetzgeberisches Ziel war es, mit dem neuen Tatbestand die in den Strafvorschriften des Strafgesetzbuchs zum Schutz des persönlichen Le- bens- und Geheimbereichs bestehende Strafbarkeitslücke hinsichtlich unbefugter Bildaufnahmen zu schließen.3 Die vorliegende Abhandlung stellt den Schutz des Rechts am eigenen Bild vor dem Hintergrund der Einführung dieser neuen Strafrechtsnorm dar. Die Problematik der unbefugten...

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