Show Less

Der strafrechtliche Schutz des Rechts am eigenen Bild (§ 201a StGB)

Series:

Florian Hengst

Wer einen Blick in einschlägige Boulevard-Medien wirft, wird erschlagen von Bildern bekannter und unbekannter Personen in ihrem Privatbereich. Unabhängig von einer moralischen oder rechtlichen Bewertung wird hieran eines deutlich: Es scheint ein besonderes Interesse daran zu bestehen, Einblicke in das Privatleben Dritter zu erhalten. Einleitend mit einer Erörterung der historischen Entwicklung des Bildnisschutzes in Deutschland stellt diese Abhandlung den Schutz des Rechts am eigenen Bild vor dem Hintergrund der Einführung des § 201a StGB dar. Ziel der Untersuchung ist zu ergründen, ob hinsichtlich der Ausweitung des Bildnisschutzes – neben dem bereits bestehenden zivil- und strafrechtlichen Schutz außerhalb des Kernstrafrechts – ein zusätzliches Pönalisierungserfordernis vorliegt und ob die Ausgestaltung des § 201a StGB zu überzeugen vermag.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

3. Kapitel: Weitere strafrechtliche Schutzbestimmungen des Rechts am eigenen Bild

Extract

Neben den strafrechtlichen Schutznormen des § 33 KunstUrhG und des § 201a StGB bestehen noch weitere strafrechtliche Bestimmungen, die einen Schutz gegen das ungenehmigte Herstellen und Veröffentlichen von Bildern ei- ner Person bieten. A. Datenschutzrecht Soweit aufgenommene Bilder dem Geltungsbereich des Bundesdatenschutz- gesetzes unterfallen, können unzulässige Handlungsweisen im gegebenen Fall eine ordnungswidrige (§ 43 BDSG) oder strafrechtliche Handlung (§ 44 i.V.m. § 43 Abs. 2 BDSG) darstellen. Von strafrechtlicher Relevanz bei Bildaufnahmen sind insbesondere die unbefugte vorsätzliche Erhebung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die nicht allgemein zugänglich sind sowie der Abruf solcher Daten mittels automatisierten Verfahrens (§ 44 i.V.m. § 43 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 BDSG). Voraussetzung ist jeweils, dass der Täter gegen Entgelt oder in Bereicherungs- bzw. Schädigungsabsicht handelt. Das Bundesdatenschutzgesetz unterscheidet zwischen der Verarbeitung, Er- hebung und Nutzung dieser Daten durch öffentliche Stellen und durch nichtöf- fentliche Stellen des privatwirtschaftlichen Bereiches (§ 1 Abs. 2 BDSG, §§ 12 ff. und §§ 27 ff. BDSG).348 Grundvoraussetzung für beide Regelungen ist, dass es sich bei den Aufnahmen um personenbezogene Daten handeln muss (§ 1 Abs. 2 und § 3 Abs. 1 BDSG). Nach der Legaldefinition des § 3 Abs. 1 BDSG sind personenbezogene Daten Einzelangaben über persönliche oder sachliche Ver- hältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren Person. Hierunter fallen auch die eine Person betreffenden Bildaufnahmen, wenn die bestimmte Person aufgrund ihres Aussehens, ihres Aufenthaltsortes oder aufgrund einer bestimmten Situati- on von dem Hersteller des Bildes oder einem Dritten identifiziert werden kann.349 Im privatwirtschaftlichen Bereich ist eine weitere Voraussetzung f...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.