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Sportgroßveranstaltungen als staatliche Herausforderung

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Henning Gädeke

Sportgroßveranstaltungen führen zu einer Reihe spezifischer rechtlicher Probleme, die nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Professionalisierung und der weltweiten Vermarktung des Sportes stärker in das allgemeine Bewusstsein getreten sind. Das gilt insbesondere für sicherheitsrechtliche Fragen, der Bau großer Sportarenen wirft aber auch beispielsweise planungsrechtliche Probleme auf. Am Beispiel von Sportgroßveranstaltungen lassen sich die zentralen Herausforderungen moderner Infrastrukturverwaltung näher beleuchten. Vor diesem Hintergrund betrachtet der Verfasser Sportgroßveranstaltungen als rechtlichen Gesamtkomplex und entwickelt für diese ein spezifisches öffentlich-rechtliches Regelungsregime.

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Dritter Teil: Ein öffentlich-rechtliches Regelungsregime für Sportgroßveranstaltungen

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§ 8 Sportgroßveranstaltungen als Daseinsvorsorge Die vorstehenden Ausführungen legen es nahe, Sportgroßveranstaltungen als Teil der sogenannten Daseinsvorsorge329 zu begreifen, so dass hierauf im Folgenden näher eingegangen werden soll. I. Entstehung des Begriffs Daseinsvorsorge E. Forsthoff hat den Begriff der Daseinsvorsorge in der Diskussion um die Leis- tungsverwaltung geprägt.330 Zunächst ging es ihm dabei um „die Darbringung von Leistungen, auf welche der in die modernen massentümlichen Lebensformen ver- wiesene Mensch lebensnotwendig angewiesen ist“.331 Dies umfasste, wie die For- mulierung „lebensnotwendig“ zeigt, zunächst nur die Bereitstellung existenzieller Leistungen.332 „Die übrigen staatlichen Funktionen (z.B. Polizei, kulturelle Verwal- tung)“ entfalteten sich „auf der Basis einer durch Teilhabe an der Daseinsvorsorge 329 Vgl. zu diesem Begriff M. Knauff, Der Gewährleistungsstaat: Reform der Daseinsvorsorge, 2004. Vgl. auch C. Schütte, Progressive Verwaltungsrechtswissenschaft auf konservativer Grundlage, 2006, S. 42ff. und 79ff., H. P. Bull, Daseinsvorsorge im Wandel der Staatsfor- men, Der Staat 47 (2008), 1 (2ff.). Eine Analyse des Begriffs „Daseinsvorsorge“ in der Rechtspraxis findet sich bei M. Krajewski, Rechtsbegriff Daseinsvorsorge?, VerwArch 2008, 174 (180ff.), der allerdings zu dem Ergebnis kommt, dass dieser weder von der Rechtsprechung noch von der Gesetzgebung einheitlich verwendet werde. A.A: R. Ring- wald, Daseinsvorsorge als Rechtsbegriff, 2007, S. 135ff. Vgl. auch R. Schmidt, Die Libera- lisierung der Daseinsvorsorge, Der Staat 42 (2003), 225 (229f.). 330 Vgl. E. Forsthoff, Lehrbuch des Verwaltungsrechts, Bd. I, Allgemeiner Teil, 1973, S. 368ff. und E. Forsthoff, Die Daseinsvorsorge und die Kommunen, 1958: „dem Staat (im weitesten Sinne dieses...

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