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Gesetzgebung und Verwaltung im Dalbergstaat 1802-1810

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Jasmin Sonntag

Die Arbeit befasst sich mit der Gesetzgebung und Verwaltung im Dalbergstaat in den Jahren 1802 bis 1810. In Zusammenfassung der verstreuten Ausführungen zu den Leistungen des Namensgebers, des letzten Reichserzkanzlers Karl Theodor von Dalberg, gewährt die Autorin einen Überblick über die entsprechenden Strukturen in den einzelnen Bestandteilen des Staates. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt dabei auf dem Fürstentum Regensburg. Ausgehend von Dalbergs Persönlichkeit sowie den Rahmenbedingungen und Ursachen, die zur Gründung des Dalbergstaates führten, leitet die Autorin zu dem eigentlichen Staatsgebilde, seinen Bestandteilen und Institutionen über und beleuchtet ausführlich deren Aufgaben und Entwicklungen. Abgerundet wird die Arbeit mit dem Untergang des Dalbergstaates und einem kurzen Ausblick auf die Zukunft seiner Teilstaaten im Königreich Bayern bzw. im Großherzogtum Frankfurt.

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VI. Der Anfang vom Ende – Das Großherzogtum Frankfurt (Ausblick)

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1. Das Großherzogtum Frankfurt Mit dem am 19. Februar 1810 ratifizierten Staatsvertrag vollzog sich die Grün- dung des Großherzogtums Frankfurt, das sich mit dem Fürstentum Aschaffen- burg, den Städten Frankfurt und Wetzlar sowie den größeren Teilen der Fürsten- tümer Hanau und Fulda aus verschiedensten Bestandteilen zusammensetzte1083. In den Jahren zuvor hatten Fulda, Hanau, Erfurt, Bayreuth und die Niedergraf- schaft Katzeneinbogen zu den einer Generaldirektion in Erfurt unterstellten „pays reservés“, der „reservierten Provinz“, also einem Besatzungsgebiet Frank- reichs, welches Frankreich aber nicht definitiv einverleibt war und auch nicht den französischen Gesetzen unterstand1084, gehört. Zwar war Dalbergs nunmehriges Herrschaftsgebiet an Größe gewachsen, doch wurde diese Tatsache zum einen durch die hohen Belastungen der neuen Gebiete, zum anderen durch deren aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftli- chen und konfessionellen Gegebenheiten fehlende Einheit relativiert1085. Glei- ches galt für die Tatsache, dass dem neuen Landesherrn zwar der Titel eines Großherzogs und damit einer königlichen Hoheit verliehen, die damit verbunde- nen Territorien allerdings absichtlich in keinerlei Beziehung zu dessen geistli- cher Würde als Erzbischof von Regensburg und Primas von Deutschland gesetzt wurden1086. Gemäß Artikel 2 des Vertrages gebührte das Großherzogtum Dalberg auf Lebenszeit in voller Souveränität. Doch sollte es nach seinem Ableben ebenfalls in voller Souveränität als „Geschenk“ Napoleons an dessen Stiefsohn Eugène Beauharnais und – gemäß den Regeln der Primogenitur – dessen legitime männ- liche Nachkommen, also an die französische Krone fallen1087. 1083 „Staatsvertrag,...

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