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Der Begriff des Originals im Urheberrecht

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Andrea Schlütter

Das Urheberrechtsgesetz macht das Bestehen verschiedener Ansprüche vom Vorliegen eines Originals abhängig, definiert den Begriff aber nicht. Gerade das Folgerecht, das für Künstler eine wichtige Einnahmequelle ist, setzt ein Original voraus. Die Arbeit untersucht die Konzeption des Originalbegriffs, bisherige Definitionsvorschläge sowie die einschlägige Rechtsprechung. Auch weitere Rechtsbereiche sowie die Gegebenheiten auf dem Kunstmarkt werden herangezogen, um den Begriff näher zu definieren. Im Hauptkapitel werden verschiedene Bereiche der bildenden Kunst näher betrachtet, so dass die Definition des Originals immer klarere Konturen gewinnt. Hierzu gehören Auflagenwerke wie Drucke, Skulpturen und Fotos, aber auch digitale Kunst, restaurierte Werke und Gemeinschaftswerke. Ein besonderer Fokus liegt auf modernen Kunstformen. Am Ende steht ein Definitionsvorschlag, der diesen Problembereichen gerecht wird.

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D. Video- und Medienkunst

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Ähnlich wie die Fotokunst ist die Videokunst – weiter gefasst wird auch oft von Medienkunst gesprochen1221, um neue Techniken mit einzubeziehen – durch die künstlerische Nutzung eines technischen Mediums geprägt. Sie entstand damit auch erst in den 1960er Jahren mit Aufkommen der Videotechnik, Pioniere die- ser Kunst waren etwa Nam June Paik oder Wolf Vostell.1222 Mittlerweile ist sie auch durch die Nutzung neuer Medien, vor allem digitaler Formate, geprägt, ei- nen Grenzbereich stellen hier animierte Filme dar.1223 Die Problemlage ist daher vergleichbar mit der Fotografie, es ergeben sich aber auch Überschneidungen zur digitalen Kunst. Dennoch soll die Videokunst aufgrund der ihr eigenen Cha- rakteristik hier gesondert behandelt werden, wenngleich auch auf andere Ab- schnitte dieses Kapitels jeweils verwiesen wird. 1221 Die Begriffe werden hier weitgehend synonym gebraucht, um Dopplungen zu vermei- den sind nicht nur Video-, sondern auch andere mediale Kunstwerke gemeint, wenn nicht explizit ein anderes gesagt wird. 1222 Czernik S. 38 f., Schoenebeck S. 130. 1223 Lieser S. 27, 72 ff. 252 Die Rechtswissenschaft hat sich bislang mit dieser Kunst wenig befasst, noch weniger mit der Frage des Originals in diesem Bereich.1224 Umso nötiger scheint eine grundlegende Einordnung. I. Charakteristik der Videokunst aus rechtlicher Sicht Die Videokunst kann in verschiedene Richtungen unterschieden werden. Auf der einen Seite stehen „reine“ Aufzeichnungen, oft von künstlerischen Auftritten oder im Zusammenhang mit Aktionskunst, auf der anderen Seite die Einbezie- hung in Installationen sowie das bewusste Einwirken auf ein Video als Aus- druck der Kunst.1225 Für die letztere Kategorie...

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