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Zwischen Moschee und Gesellschaft

Imame in Österreich

Edited By Ednan Aslan

Obwohl die Geschichte des Islam in Österreich viel weiter zurückreicht als die Geschichte der muslimischen Migration nach Österreich, rufen Muslime und ihre religiöse Präsenz nach wie vor kontroverse Diskussionen hervor. Dabei rücken vor allem Imame ins Zentrum der Debatte – als jene Kräfte, die, so die Behauptung, mit ihrer Ablehnung der westlichen Grundwerte der Isolation der Muslime Vorschub leisten und dergestalt eine Gefahr für den sozialen Frieden darstellen. Glaubt man diversen Berichten, bilden Imame und Moscheen jedenfalls den Nährboden für ein gefährliches Religionsverständnis. Wer sind nun diese Imame? Worin besteht eigentlich ihre Tätigkeit? Wird ihr Einfluss überschätzt oder sind sie tatsächlich eine Gefahr für die Gesellschaft und ein Hindernis für die Integration der Muslime?

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Tamara Tabaković-Halilovićund Žaklina Dedić: Imamausbildung in Bosnien-Herzegowina

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119 Imamausbildung in Bosnien- Herzegowina Tamara Tabaković-Halilović und Žaklina Dedić Einleitung Die islamische Ausbildung in Bosnien-Herzegowina hat eine lange Geschichte. Ihre Entwicklung begann bereits im 15. Jahrhundert, als mit osmanischer Hilfe die ersten islamischen Haupt- und Mittelschu- len gegründet wurden. Die Präsenz der Osmanen in Bosnien-Her- zegowina erstreckte sich auf den Zeitraum zwischen 1463 bis 1878, währenddessen das Land Teil des Osmanischen Reiches war, und dementsprechend groß und vielfältig war ihr Einfluss auf die einhei- mische Bevölkerung, vor allem durch den Islam und die islamische Kultur. Das Ausbildungssystem war im ganzen Reich einheitlich, so auch in Bosnien-Herzegowina – der Unterricht in den Schulen wurde in arabischer Sprache erteilt, weil dies für das Erlernen des Islam, ins- besondere des Korans und der islamischen Tradition, von großer Be- deutung war. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als in Jugoslawien der Kommunis- mus herrschte, wurden alle islamischen Schulen mit Ausnahme der Mittelschule Gazi Husrev-beg in Sarajevo geschlossen. Nach dem Zer- fall Jugoslawiens im Jahre 1992 wurden neue islamische Haupt- und Mittelschulen gegründet, die Schule Gazi Husrev-beg blieb jedoch 120 die renommierteste islamische Mittelschule. Errichtet Anfang des 16. Jahrhunderts gegenüber der gleichnamigen Moschee, war sie die ers- te islamische Mittelschule in Sarajevo, und als einzige Schule in Bos- nien-Herzegowina hat sie seit 470 Jahren ununterbrochen Bestand. An ihr unterrichteten Lehrer verschiedener Nationali- tät – unter ihnen gab es Araber, Türken, Albaner und selbstverständlich Bosniaken, die ihr Wissen unter an- derem auch an die bosniakischen Imame...

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