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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Ingeborg Bachmanns Erzählband Das dreißigste Jahr. Österreichische und polnische Lesarten. Markus Eberharter (Warszawa)

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337 Ingeborg Bachmanns Erzählband Das dreißigste Jahr. Österreichische und polnische Lesarten Markus Eberharter (Warszawa) In dem 1961 erschienenen Erzählband Das dreißigste Jahr lassen sich v.a. zwei Erlebnisse ausmachen, die über das Individuelle hinaus auch als kollektiv und generationsbezogen verstanden werden können. Zum einen sind es die spezifi- schen Erfahrungen der sog. Kriegsgeneration, ihre vom Nationalsozialismus zer- störte Kindheit sowie die Folgen dieser Ideologie für das Nachkriegsösterreich. In diesem Kontext sind die Erzählungen Jugend in einer österreichischen Stadt und Unter Mördern und Irren zu nennen. Zum anderen bringt, etwa in der Titel- erzählung, ein namenloser, und dadurch entindividualisierter Protagonist seine Ängste zum Ausdruck, die ihn beim Erreichen des 30. Lebensjahres begleiten. Er erlebt dies als einen Wendepunkt in seinem Leben, der nun erstmals erzwun- gene Rückblick lässt die Frage nach der eigenen Identität virulent werden. In Alles stellt sich für einen anderen Dreißigjährigen, der ebenfalls ohne Namen bleibt, darüber hinaus die Frage, wie er seinen Sohn erziehen soll. Er möchte diesen vor der schlechten und verlogenen Gesellschaft bewahren, in der er selbst sozialisiert wurde, und in der nun, „zehn Jahre nach dem Krieg“1, z.B. die ‚Molls’, wie sie in Das dreißigste Jahr heißen (vgl. SE 98-99 und 120-123), den Ton angeben. In drei weiteren Erzählungen werden Facetten dieser Gesellschaft ausgeleuchtet: Das Problem der Wahrheit in Ein Wildermuth, speziell mit der Rolle der Frau setzten sich Ein Schritt nach...

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