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Gleichstellungsquote im Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft

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Kathrin Brandt

Schwerpunkt dieser wissenschaftlichen Auseinandersetzung bildet die politisch hochbrisante Frage nach der rechtlichen Umsetzungsmöglichkeit einer Frauenförderung in Form einer gesetzlichen Quotenregelung. Untersucht wird die Rechtmäßigkeit einer Gleichstellungsquote im Aufsichtsrat der börsennotierten Aktiengesellschaft. Die Zulässigkeitsanforderungen werden dabei an verfassungsrechtlichen und europarechtlichen Vorgaben gemessen und jeweils für die nichtmitbestimmte und die mitbestimmte Aktiengesellschaft untersucht. Abschließend werden ein mögliches Quotierungskonzept sowie notwendige Begleitmaßnahmen vorgeschlagen und der Anwendungsbereich einer potentiellen Quote determiniert.

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4. Teil: Ergebnisse der Untersuchung

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Die faktische Gleichstellung von Frauen in Führungspositionen der Privatwirt- schaft ist nach wie vor defizitär. Die Arbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, die in der Öffentlichkeit und Politik diskutierte Forderung einer Gleichstellungs- quote im Aufsichtsrat auf ihre Rechtmäßigkeit und eine mögliche Ausgestaltung zu untersuchen. Dabei gelangt die Abhandlung zu den nachfolgenden Ergebnis- sen. (1) Geschlechtergleichberechtigung in Führungspositionen der Privatwirtschaft stellt sich den Statistiken zur Folge als ein rein verfassungsrechtliches Ideal dar. Zahlreiche Studien belegen dabei die Tatsache einer weiblichen Unterrepräsen- tanz im Bereich des oberen Managements, obwohl nachgewiesen worden ist, dass sich der Erfolg eines Unternehmens mit der Höhe des Anteils weiblicher Führungskräfte erhöht. (2) Die Gründe für den Mangel weiblicher Führungskräfte sind vielseitig und nicht immer transparent. Aus der Vielzahl der auch in der Literatur diskutierten Erklärungsversuche lassen sich im Wesentlichen zwei verschiedene Ansätze her- auskristallisieren, wobei der Fokus einerseits auf Verhaltens- und Persönlich- keitsunterschieden sowie andererseits auf strukturellen und ideologischen Barrie- ren liegt. Frauen genießen daher einen schmalen Grad an respektiertem Füh- rungsstil. Darüber hinaus verhindert die überwiegende Zuordnung der Familien- sorge nach wie vor, dass Frauen ihren beruflichen Lebensweg nicht unter den gleichen Bedingungen wie ihre männlichen Kollegen gestalten können. (3) Eine Gleichstellungsquote im Aufsichtsrat würde diesem Zustand mit gesetz- lichem Zwang begegnen und dem legitimen staatlichen Ziel der Umsetzung des verfassungsrechtlichen Gleichstellungsauftrags aus Art. 3 Absatz 2 Satz 2 GG dienen. Dieser...

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