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Gender und nationale Identität im Westsahara-Konflikt

Implikationen für saharauische Frauen und weiblichen Aktivismus

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Maria Mayrhofer

Die Arbeit wurde 2011 mit dem Nachwuchspreis der Österreichischen Gesellschaft für Politikwissenschaft (ÖGPW) ausgezeichnet.
Seit mittlerweile mehr als 35 Jahren kämpft die Bevölkerung der Westsahara für ihre Unabhängigkeit und gegen den Gebietsanspruch Marokkos auf das Territorium. Die saharauischen Frauen nehmen dabei eine ganz wesentliche Rolle ein – sowohl im Widerstand als auch bei der Organisation des täglichen Lebens in den Flüchtlingslagern, wo die Mehrheit der Saharauis lebt. Die Analyse des Verhältnisses zwischen Gender, nationaler Identität und Konflikt gibt Aufschluss über die multidimensionale Konstruiertheit saharauischer Weiblichkeit, die nicht selten im Widerspruch zur Lebensrealität der Frauen steht. Dabei werden sowohl Momente der Öffnung des Handlungsspielraums für Frauen als auch Tendenzen zu einer möglichen Remaskulinisierung identifiziert.

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3. Die nationale saharauische Identität

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Im Westsahara-Konflikt spielt die nationale saharauische Identität eine wichtige Rolle. Die Zusammengehörigkeit und Einheit des saharauischen Volkes ist maßgeblich für die nationalistische Bewegung und die Forderung nach Selbstbe- stimmung und Unabhängigkeit. „It [= der Westsahara-Konflikt] is not only a (military or diplomatic) dispute about the control of a territory, but a dispute to hegemonise a collective social imaginary about what is to be a Saharawi, who the Saharawis are and who the ‘others’ are that delineate the frontier of ‘our Sahara’“ (San Martín 2005: 587). In diesem Kapitel soll die nationale saharauische Identität in ihrem Wesen und ihrer Funktionsweise näher erforscht werden. Die Erkenntnisse aus dieser Ana- lyse sollen später um die Komponente „Gender“ erweitert werden, um herauszu- finden, welche Auswirkungen sich aus deren Zusammenspiel mit der nationalen Identität für saharauische Frauen und den weiblichen Aktivismus ergeben. 3.1 Begriffsklärungen und theoretische Grundlagen In weiterer Folge werden Begriffe und Konzepte, die in engem Zusammenhang mit nationaler Identität stehen, näher ausgeführt. Auf diese Weise soll ein theo- retisches Grundkonstrukt geschaffen werden, das sowohl einen Bezugsrahmen für die spätere Analyse der saharauischen Identität, als auch Anknüpfungspunkte für weitere theoretische Ausführungen und deren analytische Instrumentalisie- rung bietet. 3.1.1 Individuelle und kollektive Identität Identität ist die Gesamtheit der Antworten auf die Fragen „Wer bin ich?“ bzw. „Wer sind wir?“ (Reinhold 2000: 276). „Wer bin ich?“ fragt nach der individuellen bzw. personalen Identität...

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