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Stadtraum in Performance

"Site-specific Performance Art</I> und die Kunst des Alltags

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Katia Beuth

Diese Studie verbindet drei aktuelle Diskurse um den städtischen öffentlichen Raum: den soziologischen und stadtarchitektonischen Diskurs um Stadterneuerungsmaßnahmen, Gentrifizierung, Raumstrukturierung, Privatisierung, Urbanisierung und zunehmende Überwachung, die aktuellen Strömungen in der site-specific Performance Art in Deutschland und Großbritannien sowie die Theorien des Alltagslebens, die u. a. von Michel de Certeau, Marc Augé und Roland Barthes entwickelt wurden. Durch das Zusammenführen künstlerischer Positionen, die durch die Beschreibung konkreter Performancearbeiten dargestellt werden, und soziologischer, philosophischer und anthropologischer Theorien entwickelt die Autorin die These, dass Städte erst durch eine Praxis und die Ablagerung von Geschichten und Erinnerungen bewohnbar werden.

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4. Foucault vs. de Certeau– Theoretischer Teil 1

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39 4. Foucault vs. de Certeau – Theoretischer Teil 1 Die Position des Sicherheitspersonals hinter den Überwachungskameras, des Wachmanns im Panopticon und des Stadtgeometers Haussmanns verschafft diesen ein Wissen, das nur einem hierarchischen Sehen möglich ist. Von einem „eigenen“ Ort aus beobachten sie aus der Distanz ihr Objekt. Diese Konstellation erlaubt es de Certeau, den Beobachter auf dem Turm als Metapher für den wis- senschaftlichen Diskurs zu benutzen: „Ausschließlich dieser Blickpunkt zu sein, das ist die Fiktion des Wissens“95. Im Allgemeinen nennt Michel de Certeau ein so geartetes, hierarchisches Verhältnis von einem Beobachter zu seinem Objekt ein strategisches: Als „Strategie“ bezeichne ich eine Berechnung von Kräfteverhältnissen, die in dem Augen- blick möglich wird, wo ein mit Macht und Willenskraft ausgestattetes Subjekt (ein Eigentümer, ein Unternehmen, eine Stadt, eine wissenschaftliche Institution) von einer „Umgebung“ ab- gelöst werden kann. Sie setzt einen Ort voraus, der als etwas Eigenes umschrieben werden kann und der somit als Basis für die Organisierung seiner Beziehungen zu einer bestimmten Außenwelt (Konkurrenten, Gegner, ein Klientel, Forschungs-„Ziel“ oder „-Gegenstand“) dienen kann. Die politische, ökonomische oder wissenschaftliche Rationalität hat sich auf der Grundlage dieses strategischen Modells gebildet.96 Foucault, von dem sich Michel de Certeau stark beeinflusst zeigt, hat diese „Strategien“ in „Überwachen und Strafen“ als „Macht“ bezeichnet und genaues- tens untersucht. Grundsätzlich mit Foucaults Analyse der panoptischen Disposi- tive und der damit verbundenen Machtstrukturen einverstanden, deckt de Certeau jedoch in der „Kunst des Handelns“ einen blinden...

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