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Stadtraum in Performance

"Site-specific Performance Art</I> und die Kunst des Alltags

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Katia Beuth

Diese Studie verbindet drei aktuelle Diskurse um den städtischen öffentlichen Raum: den soziologischen und stadtarchitektonischen Diskurs um Stadterneuerungsmaßnahmen, Gentrifizierung, Raumstrukturierung, Privatisierung, Urbanisierung und zunehmende Überwachung, die aktuellen Strömungen in der site-specific Performance Art in Deutschland und Großbritannien sowie die Theorien des Alltagslebens, die u. a. von Michel de Certeau, Marc Augé und Roland Barthes entwickelt wurden. Durch das Zusammenführen künstlerischer Positionen, die durch die Beschreibung konkreter Performancearbeiten dargestellt werden, und soziologischer, philosophischer und anthropologischer Theorien entwickelt die Autorin die These, dass Städte erst durch eine Praxis und die Ablagerung von Geschichten und Erinnerungen bewohnbar werden.

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7. „Image of Mannheim“ – Raumwahrnehmung in der Großstadt

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Mit „Image of Mannheim“ möchte ich näher auf den im Kapitel „Footloose“ erwähnten abstrakten Raum und die unterschiedlichen Raumerfahrungen am Pol des Sehens und des Tuns eingehen und auf das Pendant dieses Raumes, den Großstädter Simmels. Mit dem Terminus „abstrakter Raum“ beschreibt der mar- xistische Soziologe Henri Lefebvre den heutigen Raum der durch den Kapitalis- mus geprägten Großstadt. In „The Production of Space“311 wehrt sich Lefebvre gegen die einseitigen Auffassungen in Mathematik und Philosophie, nach denen Raum entweder ein rein mentales Produkt ist, das der Sehende auf die Welt pro- jiziert wie ein Kartesisches Koordinatensystem, oder eine vorgefundene Realität, die unabhängig vom Betrachter, vom Benutzer und von seinem Inhalt existiert. Für Lefebvre entsteht ein Raum durch das Zusammenspiel dreier Momente: der Wahrnehmung („espace perçu“), dem Erleben („espace vécu“) und dem Konzi- pieren, dem intellektuellen Begreifen („espace conçu“). Obwohl in dieser Arbeit die Diskussion der Lefebvreschen These der sozialen Produktion des Raumes aus Platzmangel leider nicht vertieft werden kann, möchte ich mir seinen Gedanken zunutze machen, dass Räume durch das Zusammenspiel und die Interaktion dieser drei Momente zustande kommen. Ein Raum wird geformt durch materielle Produkte, Häuser, Straßen, Plätze usw. Über diesen materiellen Aspekt des Raumes denkt Lefebvre eher wie ein Bildhauer, für dessen Plastik die Ausspa- rungen, die umgebende Leere, die Zwischenräume genauso wichtig sind wie das bearbeitete sichtbare Material. Gleichzeitig sind wir vorgebildet, wie wir diesen Raum wahrnehmen,...

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