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Ideologisierung des Kirchenbaus in der NS-Zeit

Am Beispiel der Kirchenneubauten (1934–1941) im Erzbistum München und Freising und Evang.-Luth. Dekanat München

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Bärbel Schallow-Gröne

In seiner ersten Kulturrede forderte Hitler programmatisch die weltanschauliche Visualisierung des NS-Staates in der Architektur. Welche Bedeutung dieses Diktum für den Kirchenbau in der NS-Zeit hatte, ist bis heute ungeklärt. Diese kunsthistorisch-ideologiekritische Untersuchung behandelt die Ideologisierung der Sakralarchitektur in der NS-Zeit, ihre ideengeschichtlichen Grundlagen und bauliche Umsetzung. Gezeigt wird, dass die Sakralarchitektur auf der Grundlage von gefestigten rassisch-architekturteleologischen Vorstellungen gezielt NS-weltanschauliche Inhalte visualisieren und affirmieren sollte. Diese sind auch an den Sakralneubauten im Untersuchungsraum ablesbar. Kirchliche Abgrenzungen gegen die NS-ideologische Usurpation waren geprägt vom Ringen um die «Substanz der Form».

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Vorwort

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V Vorwort Dem Thema Kirchenbau in der NS-Zeit wurde in der Forschung kein besonderer Stellenwert beigemessen, insbesondere da die meisten in dieser Zeitspanne errichteten Kirchen vom kunsthistorischen Standpunkt als unschöpferisch gelten. Weitgehend unbeantwortet blieben bislang aber auch Fragen nach der NS-ideologischen Bedeutungsebene und Funktion dieser Sakralbauten. In der Forschung wird lediglich von einer Vereinnah- mung der verwendeten Stile als deutsch-national oder auch „rassisch“- deutsch sowie einer Auswahl bestehender Formdeutungsmuster im Zu- sammenhang mit dem Epitheton „deutsch“ ausgegangen und damit eine spezifische NS-ideologische Bedeutungsebene weitgehend negiert. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Ideologisierung des Kir- chenbaus, die damit verbundenen spezifischen Form- und Gestaltungsvor- stellungen sowie die Umsetzung dieser architekturideologischen Vorstel- lungen zu analysieren. Zugleich soll damit das kirchliche und NS-ideologi- sche Ringen um die „Substanz der Form“, das heißt um die Bedeutung der Form aufgezeigt werden. Mein besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr. Winfried Nerdinger für die Un- terstützung und Betreuung des Dissertationsprojektes. Seine wertvollen Anregungen und seine konstruktive Kritik haben wesentlich zum Entste- hen der vorliegenden Untersuchung beigetragen. Danken möchte ich auch Herrn Prof. Dr. Norbert Huse (i.R.), der das Zweitgutachten erstellt hat. Der Druck der Dissertation wurde in großzügiger Weise durch das Lan- deskirchenamt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern unterstützt, wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte. Für ihre Unterstützung und ihr freundliches Entgegenkommen bin ich darüber hinaus besonders Herrn Helmut Braun vom Evang.-Luth. Landes- kirchenamt in Bayern, Herrn Stefan Neukamm vom...

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