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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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12. Die christliche Rechtfertigungen für die Kreuzigung Jesu

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Für die Anhänger Jesu, die ihn als den Messias verehrten, war dessen Kreuzi- gung eine unerklärliche Entwicklung. Die Kunde von seiner Auferstehung und von seiner Aufnahme in den Himmel, sowie die Zusage seiner Wiederkunft waren aber kraftvolle Beweise für die Gläubigen, dass Jesus der erwartete Mes- sias ist. Vor allem auch deshalb, weil in der Hebräischen Bibel, beim Propheten Jesaja, Weissagungen vorhanden waren, die auf das Schicksal Jesu gedeutet werden konnten. Es handelt sich um die Lieder vom Gottesknecht, die nach jüdischer Auffassung das Schicksal des Volkes Israel symbolisieren: „Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschla- gen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt (siehe die Aus- legung des Wortes „ll'Þx' ((Seite 79) wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. … Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. Er wur- de misshandelt und niedergedrückt, … Durch Haft und Gericht wurde er dahin- gerafft, doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen. Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhest...

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