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Führungskräfteentwicklung in der öffentlichen Verwaltung durch Wirtschaftsaufenthalte

Bestandsaufnahme – Gestaltungsempfehlungen – Perspektiven

Kathrin Böck

Unter welchen Voraussetzungen können Hospitationen oder Arbeitsaufenthalte in der Wirtschaft für Führungskräfte des öffentlichen Sektors als Personal- und Organisationsentwicklungsinstrument genutzt werden? Die Autorin untersucht die Problematik aus lerntheoretischer Sicht, aus der Perspektive der Transfersicherung sowie mittels einer umfangreichen Praxisstudie. Dargestellt werden beispielsweise die Lernchancen für den Teilnehmer, für die entsendende Behörde wie für das gastgebende Unternehmen. Zur Planung, Gestaltung und Bewertung von Wirtschaftsaufenthalten ist für die Hand des Personalentwicklers ein 4-Phasen-Modell konzipiert. Das Buch umfasst des Weiteren eine vergleichende Strukturanalyse von 24 Entsendeprogrammen im deutschsprachigen Raum, komplettiert durch Ergebnisse einer mehrstufigen Teilnehmerbefragung in Österreich und Deutschland.

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6 Fazit und Ausblick

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6.1 Theoretischer und methodischer Ertrag der Arbeit Die vorliegende Arbeit untersuchte erstmals Wirtschaftsaufenthalte für Füh- rungskräfte der öffentlichen Verwaltung und zeigte, dass sie sich aus regional- und verwaltungspolitischen, betriebswirtschaftlichen, bildungstheoretischen, lernpsychologischen wie personalentwicklerischen Gründen empfehlen lassen. Unter dem am häufigsten formulierten Leitaspekt „Standortsicherung durch Ver- waltungsmodernisierung“ eignen sich als Lernfelder die Ausprägung betriebs- wirtschaftlich-orientierten Handelns, die Adaption moderner Methoden der Per- sonalführung sowie die Entwicklung sektorverbindender Führungskompetenzen. Die Effekte dürfen jedoch nicht im „Kopieren von Rezepten“ bestehen, sondern im „Kapieren“ als spezifischem Zuschneiden geeigneter Instrumente, Verfahren, Herangehensweisen etc. auf die Bedingungen der jeweiligen Behörde. Die Re- flektion des Anwendungskontextes wird damit zu einer maßgeblichen Erfolgsbe- dingung für angestrebte Veränderungen infolge des Wirtschaftsaufenthalts. Um Lobbyismus-Gefahren bei Personalaustauschprojekten zwischen öffentlichen und privatem Sektor zu minimieren, sollten die Leitlinien des Bundesrechnungs- hofes, bspw. das Schaffen eines einheitlichen Verhaltenskodexes oder die Ver- meidung von Personalaustausch in Bereichen, die Gesetzesentwürfe oder Rechts- setzungsakte tangieren, berücksichtigt werden. Im theoretischen Teil der Dissertation erfuhren Wirtschaftsaufenthalte eine präzise Definition und wurden neueren Formen arbeitsintegrierter Weiterbil- dung zugeordnet. Für die bildungstheoretische Begründung der Kompetenz- und Organisations-Entwicklungsmöglichkeiten durch Entsendungen und für die Erarbeitung entsprechender Programmgestaltungsempfehlungen erwiesen sich die Konzepte arbeitsplatznahen Erfahrungslernens, das Konzept des Modell-Ler- nens nach Bandura (1976) sowie das Hospitationskonzept von Wehner, Endres & Clases (1996) als geeignet. Zwei besondere Potenziale eines Wirtschaftsaufent- halts kristallisierten sich heraus: die Verknüpfbarkeit formeller und informeller Lernphasen sowie die Chance, Personalentwicklung f...

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