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SynchronEmotion

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Angelika Braun and Christa M. Heilmann

Filme stellen ein Gesamtkunstwerk aus kulturellen Situationen, Handlungen, Rollendarstellungen und Stimmen dar. Im synchronisierten Film schlüpfen neue Stimmen in die vorgeformte Kommunikationssituation des Originalfilms. Inwieweit Zielgruppen verschiedener Kulturen diesen Mismatch, diese fremden Stimmen im fremden Körper in kulturell differenten Situationen verstehen können, ist Thema dieser Studie. Anhand von akustischen Parametern, Merkmalen des Sprechens und Aspekten des Körperausdrucks untersuchten die Autorinnen einerseits, wie Basisemotionen in der Originalversion von «Ally McBeal», einer amerikanischen Anwalts-Fernsehserie, konfiguriert wurden und andererseits, inwieweit diese Darstellungen von amerikanischen, japanischen und deutschen Zuschauer/-innen verstanden werden konnten.

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5 Bisherige Untersuchungen

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5.1 Stimme 5.1.1 Rahmenbedingungen Das Thema „Sprache und Emotion“ gehört zu den disziplinär und interdiszipli- när extensiv untersuchten Fragestellungen. Vor allem Psychologie und Phonetik bzw. Sprechwissenschaft, aber neuerdings auch die Neurobiologie teilen sich diesen Gegenstandsbereich (für eine Meta-Analyse der Studien zur funktionellen Neuroanatomie vgl. Phan et al. 2002). Die Arbeiten weisen große Unterschiede im Hinblick auf die Fragestellungen, Methoden, Forschungsdesigns sowie die untersuchten Sprachen auf. So werden zuweilen gar nicht Emotionen selbst, sondern – gemäß dem dimensionalen Ansatz (vgl. Kapitel 4) – Emotionsdimen- sionen untersucht (z.B. Chung 1999). Als Untersuchungsmaterial dienten ein- zelne Vokale (Tickle 2000), Einzelwörter (z.B. Beier / Zautra 1972, Leinonen et al. 1997), Logatome (z.B. Bortz 1966), aus existierenden Wörtern zusammenge- setzte sinnlose Sätze (z.B. Kienast 2002) und aus existierenden Silben kompo- nierte sinnlose Äußerungen (Scherer et al. 2001). Die Anzahl der untersuchten Emotionen schwankt zwischen drei (Dankovicová / Paque 2003) und 14 (Banse/ Scherer 1996). Die Materialien wurden meist durch Schauspieler (z.B. Klas- meyer 1999, Scherer et al. 2001) oder Laien (z.B. Tickle 2000) eingesprochen oder – in seltenen Fällen – aus natürlicher Sprache extrahiert (z.B. Chung 1999; zur Problematik der Einbeziehung von Schauspielern siehe weiter unten in die- sem Kapitel). Die Emotionen wurden z.B. durch Vorlage von Fotos oder Zeich- nungen (z.B. Abelin 2003), verbale Umschreibung der gewünschten Emotion (z.B. Kramer 1964) oder durch Vorgabe von Szenarien (z.B. Scherer et al. 1991, Kehrein 2002) evoziert. Es erscheint unvermeidlich, dass derart unterschiedliche Vorgaben zu individuell variierenden Interpretationen emotiven...

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