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SynchronEmotion

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Angelika Braun and Christa M. Heilmann

Filme stellen ein Gesamtkunstwerk aus kulturellen Situationen, Handlungen, Rollendarstellungen und Stimmen dar. Im synchronisierten Film schlüpfen neue Stimmen in die vorgeformte Kommunikationssituation des Originalfilms. Inwieweit Zielgruppen verschiedener Kulturen diesen Mismatch, diese fremden Stimmen im fremden Körper in kulturell differenten Situationen verstehen können, ist Thema dieser Studie. Anhand von akustischen Parametern, Merkmalen des Sprechens und Aspekten des Körperausdrucks untersuchten die Autorinnen einerseits, wie Basisemotionen in der Originalversion von «Ally McBeal», einer amerikanischen Anwalts-Fernsehserie, konfiguriert wurden und andererseits, inwieweit diese Darstellungen von amerikanischen, japanischen und deutschen Zuschauer/-innen verstanden werden konnten.

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8 Dekodierung

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8.1 Audiosignal In diesem Abschnitt wird derjenige Teil der Perzeptionsexperimente behandelt, der ausschließlich auf der Wahrnehmung des Audiosignals basiert. Hierbei wird immer wieder auf Beobachtungen und Voraussagen rekurriert, die die Analyse des Externalisierungsverhaltens der beteiligten Sprecher ergeben hat. Aus Platz- gründen können nicht alle Einzelergebnisse (alle Sprecher; Resultate aufge- schlüsselt nach Sprache und Geschlecht der Hörer) im Detail aufgeführt werden; wir haben uns daher entschlossen, nur die wesentlichen Ergebnisse, die einer ausführlicheren Diskussion bedürfen, auch grafisch darzustellen. Es soll einleitend an einige besondere Rahmenbedingungen dieses Erken- nungsexperiments erinnert werden. Die Auswahl der Szenen erfolgte in diesem Fall nicht auf Basis der Selbsteinschätzung der Produzenten der Stimuli, wie es bei im Labor erhobenen Proben üblich ist. Sie wurde vielmehr initial von drei geschulten Hörerinnen unter Einbeziehung des Handlungskontextes und des Ko- textes getroffen, und diese Beurteilung wurde durch eine Gruppe naiver Hörer bestätigt (vgl. Kapitel 6). Dies bildete angesichts der Art des Materials die einzi- ge Möglichkeit, bietet aber den Vorteil, mit authentischer Sprache arbeiten zu können. Die Stimuli wurden anhand der deutschen Synchronfassung von deutschen Hörer/-innen ausgewählt. Es ist daher theoretisch möglich, dass die deutsche Fassung in einigen Szenen deutlicher (oder weniger deutlich) markierte Emotio- nen enthält als die beiden anderen. Dies ist bei interkulturellen Studien, die mit echtem Sprachmaterial (im Gegensatz zu Logatomen oder Nonsense- Äußerungen) arbeiten, unvermeidlich und wurde ebenfalls in Kapitel 6 bereits diskutiert. Davon bleiben allerdings die...

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