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Eigenkapitalanforderungen für Verbriefungszweckgesellschaften im Lichte der Finanzkrise

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Julia Boß

Die internationale Finanzkrise hat zu einer Änderung der bestehenden Eigenkapitalvorschriften für Banken geführt. Verbriefungszweckgesellschaften, die eine zentrale Rolle in der Krise gespielt haben, wurden jedoch nicht in die Pflicht zum Vorhalten von regulatorischem Eigenkapital einbezogen. Die Arbeit beleuchtet den Verbriefungsmarkt, die Entwicklung der Finanzkrise und die in Deutschland und den USA geltenden Eigenkapitalanforderungen. Ferner werden Bilanzierungs- und Offenlegungsfragen angesprochen. Die Autorin resümiert, dass weiterhin keine regulatorischen Eigenkapitalanforderungen für Verbriefungszweckgesellschaften gelten und dies auch aus politischen Gründen kaum denkbar ist. Eine freiwillige Einführung von Kapitalstandards brächte jedoch einige Vorteile mit sich.

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E. Bewertung der dargestellten Änderungen

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Die meisten der gesetzlichen und übergesetzlichen Maßnahmen, die die zustän- digen Behörden und Organisationen auf Grund der Finanzkrise ergriffen haben, sind positiv zu bewerten. Sie sind sensibler gegenüber Verbriefungstransaktio- nen und führen daher grundsätzlich zu einer besseren Erfassung und Abdeckung der aus diesen Geschäften resultierenden Risiken. I. Bewertung der Änderungen der Eigenkapitalvorschriften Die geänderten Eigenkapitalvorschriften führen zu einer verbesserten Kapitalun- terlegung der Risiken, die den Banken aus ihren Verbriefungspositionen resul- tieren. Dies gilt auf internationaler und europäischer Ebene insbesondere für die generelle Erhöhung der Eigenkapitalrate des Tier-1- (beziehungsweise Kern-) Kapitals. Hierdurch ist grundsätzlich mehr qualitativ hochwertiges Kapital vor- zuhalten. Die Verkleinerung des Kreises der zulässigen anrechenbaren Kapital- bestandteile durch die Einführung von Tier-1-Kernkapital führt zu einer höheren Qualität des Kapitalpuffers der Institute. Sollte ein Institut in einer Stress- oder Krisensituation gezwungen sein, einen Teil seiner Schulden umgehend zu tilgen, ist die Realisierung und Liquidisierung von Assets, die dem Tier-1-Kernkapital zuzurechnen sind, zu stabileren Preisen möglich und einfacher als eine solche von Assets aus dem Tier-2-Kapital. Außerdem unterliegen die zum Kernkapital zählenden Assets auch in geringerem Maße bilanziellen Bewertungsschwankun- gen in Krisenzeiten. Hierdurch werden prozyklische Effekte verringert, da sich die Kapitalquoten der Institute in allgemein schlechten Wirtschaftslagen nicht durch Wertberichtigungen ihrer Assets nach unten weiter verschlechtern. Wei- terhin ist die Anhebung der Kapitalunterlegungspflichten für Liquiditätsfazilitä- ten eine wichtige Verbesserung. Durch die Streichung der 0 %- und...

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