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Sprachkontaktforschung

Eine empirische Untersuchung zur Entlehnung europäischer Lexik im Türkischen

Mehmet Metin

Woher stammen die Wörter, mit denen wir in unserem Alltag spielerisch umgehen? Sei es beim Verfassen einer E-Mail/SMS/Chatten oder Facebook! Dieses Buch sollte deutlich machen, wie wichtig die Sprachkontaktforschung in unserem jetzigen modernen kommunikativen Zeitalter ist. Das Phänomen sprachlicher Kontakte, hauptsächlich in Form von lexikalischen Übernahmen, wird seit der Antike in allen Kultursprachen beobachtet und erörtert. Diese europäischen Wörter stammen aus verschiedenen Quellen: Lateinschulen des Mittelalters, Klöstern, Universitäten und Gelehrtenstuben, aber auch aus den griechisch-lateinischen Terminologien der antiken und modernen Wissenschaften. Viele internationale Fachausdrücke dieser Art verbreiten sich sehr schnell in vielen Sprachen über die neueren Medien (Internet, ipad, iPhone, Skype und andere) in unsere tägliche Umgangssprache. Es gibt eine Reihe von Vokabeln, die zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Form ins Türkische gelangt sind, aber den gleichen Ursprung haben.

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II. Sprachanalyse: Linguistische Aspekte der Entlehnung

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Der zweite Teil der Arbeit ist der Analyse spezifischer Aspekte der Entlehnung gewidmet. Abschnitt 1 behandelt lexikalische Phänomene: Entlehnungen aus europäischen Sprachen im Türkischen, unter anderem Entlehnungen, die auch im Deutschen als Lehnwörter vorkommen. Der zweite Abschnitt hat als Gegenstand sprachstrukturelle Eigenschaften der beiden Zielsprachen Türkisch und Deutsch sowie deren Änderung durch den Sprachkontakt. 80 1. Entlehnungen aus dem Deutschen und anderen europäischen Sprachen Die türkischen Völkerschaften haben im Laufe ihrer Geschichte mehrere Kulturen rezipiert, und das Türkische war dementsprechend an unterschiedlichen Sprachkreisen beteiligt, die ihre Spuren hinterlassen haben. Mit dem Manichäismus, der zwischen dem 8. und dem 10. Jahrhundert bei den zentralasiatischen Türken vorherrschend war, waren Einflüsse des Iranischen verbunden. Der Buddhismus führte zum Kontakt mit indischen und iranischen Sprachen, später mit dem Chinesischen und Tibetischen. Mit der Islamisierung, die im 10. Jahrhundert einsetzt und im 15. Jahrhundert abgeschlossen wird, ergeben sich Einflüsse der „Islamsprachen“ Arabisch und Persisch, bis dann im 19. Jahrhun- dert der Einfluss des europäischen Sprachkreises übermächtig wird. Das Türkische war rezeptiv an diesen Kultur- und Sprachkreisen beteiligt, und ab- strakte Begriffe wurden von außen in die Sprache hereingetragen. Erforschung der „indirekten Entlehnung“ in das Türkische Wellander (1917), Betz (1949) weisen hin, dass die Erforschung der „indirekten Entlehnung“ auf das Jahr 1875 zurückzugehen ist. Die Tatsache der „indirekten (oder innere) Entlehnung“ (Hierzu zählen alle Phänomene des sprachlichen Entlehnens, die nicht das Lautmaterial von...

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