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Die Anwendung islamischen Scheidungs- und Scheidungsfolgenrechts im Internationalen Privatrecht der EU-Mitgliedstaaten

Eine rechtsvergleichende Analyse unter besonderer Berücksichtigung des nationalen und europäischen ordre public

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Julia Koch

Das Buch befasst sich mit dem islamischen Scheidungs- und Scheidungsfolgenrecht und den insoweit bestehenden Berührungspunkten zum Internationalen Privat- und Zivilverfahrensrecht der EU-Mitgliedstaaten. Im Zentrum der rechtsvergleichenden Analyse steht die Frage, wie mitgliedstaatliche Gerichte den unbestimmten Rechtsbegriff des ordre public ausfüllen und inwieweit die nationalen Erwägungen mittlerweile durch die europarechtlichen Entwicklungen beeinflusst werden. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt dabei auf der Rechtsprechung deutscher, französischer, spanischer, englischer, belgischer und niederländischer Gerichte. Ein Vorschlag zu einer EU-weit einheitlichen Regelung für die Anerkennung von drittstaatlichen Talaq-Scheidungen beschließt das Thema.

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Einleitung

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I. Einführung in das Thema In Deutschland leben heute ungefähr 3, 7 bis 4, 3 Millionen Muslime,1 von denen noch viele die Staatsangehörigkeit ihres Heimatstaates besitzen. Und auch in unseren europäischen Nachbarländern ist der Anteil der islamischen Bevölke- rung gewachsen. So sind gegenwärtig ca. 16 Millionen Muslime in der Euro- päischen Union ansässig, davon alleine 11 bis 12 Millionen in Westeuropa. Die meisten der hier lebenden Moslems stammen aus Asien, Nordafrika und dem Nahen Osten, wobei vor allem die Maghrebstaaten, die Türkei und der indische Subkontinent wichtige Herkunftsländer darstellen. Welche Nationalitäten in den einzelnen Staaten dominieren, ist vor allem historisch-politisch, oft durch die Kolonialgeschichte der Länder bedingt. So stammen die meisten der ca. 5 Mil- lionen in Frankreich lebenden Muslime aus Algerien, Marokko oder Tunesien, während die rund 3 Millionen Moslems in England ihre Wurzeln in der Regel in Pakistan, Indien oder Bangladesch haben. In Deutschland sind ungefähr die Hälfte der hier lebenden Muslime türkische Staatsangehörige und in den Nieder- landen kommt die Mehrzahl der ungefähr 900000 Muslime aus der Türkei oder Marokko.2 Aufgrund der relativ hohen Anzahl muslimischer Mitbürger stellt es keine Sel- tenheit dar, dass sich ein Moslem mit ausländischer Herkunft an ein europäisches Gericht wendet, um eine inländische Scheidung zu erwirken oder eine bereits im Heimatland vorgenommene Scheidung anerkennen zu lassen. Vor den Gerichten aller Mitgliedstaaten der EU kann es deshalb zur...

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