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Integration von externer und interner Unternehmensrechnung

Eine ökonomische Analyse

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Christoph Pelger

Kapitalmarktorientierte Unternehmen im deutschsprachigen Raum haben seit den 1990er Jahren die Zusammenführung von externer und interner Unternehmensrechnung forciert. Zentral für die Möglichkeit und Stabilität einer integrierten Unternehmensrechnung ist, dass die informationsorientierte externe Rechnungslegung den Zweck der Anreiznützlichkeit (Stewardship) erfüllt. Im neuen Framework der Standardsetzer IASB und FASB wird jedoch die Bewertungsnützlichkeit als singulärer Rechnungslegungszweck definiert. Der Autor analysiert in einer Tiefenfallstudie den korrespondierenden Entscheidungsprozess der Standardsetzer. Im Anschluss wird unter Rückgriff auf die Agency-Theorie die Beziehung zwischen den Zwecken der Bewertungs- und Anreiznützlichkeit modelltheoretisch untersucht.

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6. Thesenförmige Zusammenfassung

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1. Die in Deutschland traditionell vollzogene Trennung von interner und externer Unternehmensrechnung wurde seit den 90er Jahren von kapitalmarktorientierten Konzernen zu Gunsten einer an internationale Gepflogenheit anknüpfenden inte- grierten Unternehmensrechnung verworfen. Empirische Befunde belegen den zunehmenden Verbreitungsgrad einer integrierten Unternehmensrechnung, die insbesondere eine einheitliche Datenbasis sowie eine (weitgehend) einheitliche interne und externe Erfolgsrechnung beinhaltet. Häufig wird die Integration auf bestimmte Bereiche, den Konzernabschluss auf externer Seite und die Steuerung und Performancemessung auf interner Seite, beschränkt und findet überwiegend auf oberen Hierarchieebenen Anwendung („partielle Integration“). 2. Zeitlich fast parallel zur deutschen Integrationsentwicklung regt sich seit den 80er Jahren in den USA, wo interne und externe Unternehmensrechnung traditi- onell eng verbunden sind, eine gewisse Unzufriedenheit mit der Eignung der ex- ternen Unternehmensrechnung zu Steuerungszwecken. Veränderungen in der Kostenrechnung sowie die Einführung wertorientierter Konzeptionen der Unter- nehmenssteuerung (z.B. EVA) untermauern die Separationstendenzen, wenn- gleich (bislang) keine separate interne Rechnung eingeführt wurde. 3. Als zentral für die Möglichkeit zur Integration erweist sich die Existenz eines informationsorientierten Systems externer Rechnungslegung. Während in den USA für kapitalmarktorientierte Unternehmen bereits seit Langem eine derartige Rechnungslegung vorliegt, ist dies in Deutschland erst seit den 90er Jahren mit der – zunächst freiwilligen – Einführung internationaler Standards der Fall. Wenngleich die Hinwendung zu den IFRS selbst Folge anderer Entwicklungen wie zunehmender internationaler Tätigkeit und Kapitalmarktausrichtung war, ist dies als wesentlicher Treiber der Integration hervorzuheben. Spieltheoretisch und anhand empirischer Befunde lassen sich Argumente für die Überlegenheit der Unternehmenssteuerung auf...

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