Show Less

Marktverschlusseffekte und Effizienzen vertikaler Zusammenschlüsse

Kartellrechtliche Beurteilung nach europäischem und deutschem Recht

Series:

Holger Hoch

Gegenstand der Arbeit ist die wettbewerbsrechtliche und wettbewerbspolitische Beurteilung vertikaler Zusammenschlüsse. Der Schwerpunkt liegt in der Untersuchung der Leitlinien der Kommission zur Bewertung nicht horizontaler Zusammenschlüsse vom 28.11.2007 im Hinblick auf die Beurteilung von Marktverschlusseffekten und zusammenschlussbedingten Effizienzen. Die Arbeit stellt den Kenntnisstand der ökonomischen Lehre zur vertikalen Integration dar und untersucht die Frage, inwieweit das in den Leitlinien niedergelegte Bewertungskonzept auf die deutsche Zusammenschlusskontrolle übertragbar ist und hergebrachte Argumentationsweisen der deutschen Kartellrechtspraxis infrage stellt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

D. Resümee

Extract

1.) Die Leitlinien der Kommission zur Bewertung nicht horizontaler Zusammen- schlüsse vom 27.11.2007 setzten die bereits in den Horizontalleitlinien und der FKVO-Novelle aus dem Jahr 2004 begonnene Trendwende des sogenannten „More Economic Approach“ in der Zusammenschlusskontrolle fort. Diese Trendwende ist gekennzeichnet durch eine konsumentenorientierte preistheore- tische Argumentation in der zusammenschlusskontrollrechtlichen Beurteilung. Die früher praktizierte marktstrukturelle Argumentation wird nahezu vollständig aufgegeben. Grundlegend für die Bewertung vertikaler Zusammenschlüsse sind nach den Leitlinien der Kommission (1.) der „Raising Rivals’ Costs“-Ansatz und (2.) ein- hergehend die Prüfung, ob nach dem Zusammenschluss marktverschließendes Verhalten nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich ist, (3.) die Bewer- tung des Integrationsvorhabens allein an den Preiseffekten für Endkunden, (4.) die integrierte Prüfung von Effizienzen bei der Ermittlung der maßgeblichen Preiseffekte und (5.) die Definition einer Aufgreifschwelle (Safe Harbour). 2.) Die Anwendung der „Raising Rivals’ Costs“-Theorie ist zu begrüßen. Marktverschließende Verhaltensweisen eines integrierten Unternehmens sind nach ökonomischer Theorie aufgrund der mit ihnen verbundenen Kosten nicht selbstverständlich. Die Kommission hat darzulegen, dass Marktverschlusseffek- te „wahrscheinlich“ sind. Zwar hat die Kommission bereits in der Vergangen- heit u.a. auch die Anreize für Marktverschluss in die Bewertung einbezogen, mit den Leitlinien wird jedoch erstmalig auf einen aus der ökonomischen Lehre stammenden Kriterienkatalog für die konkrete Beurteilung Bezug genommen. Soweit dieser Kriterienkatalog verhilft, die Fähigkeit und die Anreize zum Marktverschluss zu bewerten, sind die Ausführungen der Kommission auf die deutsche Fusionskontrolle bereits jetzt vollständig übertragbar....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.