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Zum Plusquamperfekt im Französischen und Spanischen

Kontrastive Untersuchung aus textlinguistischer Perspektive

Sandra Lhafi

Die Arbeit basiert auf einem Vergleich verschiedener Übersetzungen mit einem Schwerpunkt auf der Übersetzungsrichtung Französisch-Spanisch. Aus einer textlinguistischen Perspektive heraus wird der unterschiedliche Umgang mit dem Plusquamperfekt im Französischen und Spanischen anhand einer Kategorisierung näher beschrieben. Dabei wird besonders auf die verschiedenen potenziellen textlinguistischen Funktionen des Plus-que-parfait bzw. Pluscuamperfecto eingegangen. Es wird gezeigt, wie im Französischen die Grundwerte des Plus-que-parfait in Interaktion mit rekurrenten Kontexten zu breiteren textorganisatorischen Funktionen führen. Der Nutzen der Arbeit liegt insbesondere darin, die existierenden kontrastiven Beschreibungen beider Tempora zu nuancieren und den Blick für die unterschiedlichen Potenziale zu schärfen, was unter anderem im Fremdsprachenerwerb eingesetzt werden kann.

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Ergebnisse und Ausblick

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Die vorliegende Arbeit kreiste um zwei Fragestellungen, denen anhand einer Korpus- untersuchung nachgegangen wurde. Ziel war es, die Funktionen des Plus-que-parfait und des Pretérito Pluscuamperfecto zu vergleichen, um den mehrfach beobachteten unterschiedlichen Umgang mit dem Plusquamperfekt im Französischen und Spani- schen nuancierter zu beschreiben. Darüber hinaus wurde diese Fragestellung mit einer weiteren verknüpft, die zugleich die Hauptthese unserer Arbeit bildete: Während das Französische das Plus-que-parfait redundant benutzt und somit mehr Informationen liefert als unbedingt notwendig, begnügt sich das Spanische oft mit einem defizienten Tempus, dem Pretérito Indefinido und überlässt somit dem Leser die vervollständi- gende Interpretationsarbeit. In diesem Sinn stellten wir die These auf, dass das Fran- zösische – im Hinblick auf das Plusquamperfekt – expliziter sei als das Spanische. In einem ersten Schritt wurden die für unsere Zwecke zentralen Begriffe ‚Text‘ und ‚Textverarbeitungsprozess‘ definiert und dabei der textlinguistische Rahmen für die vorliegende Arbeit etabliert. Hierbei wurden insbesondere die Begriffe ‚Kohärenz‘ und ‚Kohäsion‘ fokussiert: Es wurde dargestellt, wie die ‚kohärente mentale Repräsenta- tion‘, die unseren Texten zugrunde liegt und die der Leser zu rekonstruieren versucht, zu fassen ist. Ferner wurde gezeigt, wie die Tempora – und insbesondere das Plus- quamperfekt – als kohäsives Mittel eingesetzt werden können. Im Anschluss wurde die Ausgangshypothese des höheren Explizitheitsgrades des Französischen wieder aufge- griffen: Das Französische liefere eine ausgearbeitetere Tempusorganisation im Text als das Spanische, insofern als in ersterer Sprache (a) der Text eindeutiger strukturiert w...

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