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Politik, Bildung und soziale Gerechtigkeit

Perspektiven für eine demokratische Gesellschaft

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Heinz Sünker

Angesichts der gegenwärtigen Diskussionen um die PISA-Ergebnisse in Deutschland zeigt sich erneut die Notwendigkeit, Grundfragen des Verhältnisses von Bildungstheorie und Bildungspolitik zu analysieren. Eine wesentliche Herausforderung für die sich als demokratisch verstehende bundesrepublikanische Gesellschaft stellt dabei die Erkenntnis dar, dass offensichtlich bis heute die Reproduktion sozialer Ungleichheit mit Hilfe des Bildungssystems ungebrochen funktioniert. Auf die Tagesordnung gerät damit die Frage nach dem Zusammenhang von Bildung, Politik und sozialer Gerechtigkeit, um Bedingungen und Perspektiven einer substantiell demokratischen Gesellschaft zu klären. Zudem bleibt die Erkenntnis unhintergehbar, dass Bildungspolitik Gesellschaftspolitik ist, mit der Lebenschancen und Lebensqualität vermittelt bzw. zugewiesen werden.

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X. Demokratische Bildung - Bildung der Demokratie 162

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X. Demokratische Bildung - Bildung der Demokratie 1. Unter den Bedingungen neoliberaler Regulierungsstrategien werden im Spatkapitalismus in der Form der Globalisierung Homogenisie- rungsprozesse durchzusetzen gesucht, die der offiziellen Deregu- lierungspolitik - wie dem verbreiteten Differenzdenken - Hohn sprechen. Denn was unter dem offiziellen Namen einer Deregulie- rungspolitik in der Gestalt durchaus auch unterschiedlicher Strategien von Gesellschaftspolitik im WeltmaBstab daherkommt, ist in Wirklich- keit nichts anderes als der Versuch, global gesellschaftliche Verhalt- nisse durchzusetzen, die einer ungehemmten Marktlogik, also Profito- rientierung, und der Verkehrung von potentiellen Burgern in Kunden folgen; dies im Interesse von Herrschaftssicherung im Kontext hege- monialer Auseinandersetzungen (vgl. exemplarisch Altvater/Mahn- kopf 1996; Todd 1999; Stiglitz 2002). 107 107 Dass es sich hier durchaus um einen bewuBten Machtkampf - vor allem auf Seiten der haufig gewalttatigen Machthaber- handelt, darauf verweist die Darstellung von Ouch row (1997: 102 f.): ,Entsprechend wird in den Geheimdokumenten auch gefordert, dass in die- sem Konflikt um die Beherrschung und Verteilung die Kriifte, die den status quo zu iindern versuchen, 'auf allen Ebenen der Macht', niimlich militiirisch, politisch, okono- misch und sozio-psychologisch zu bekiimpfen sind. Das Interessante ist nun aber, dass sich 1987 die Geheimdienste und die in der Konfe- renz, auf der die Dokumente vorgelegt wurden, anwesenden Oberbefehlshaber der nord- und lateinamerikanischen Streitkriifte militiirisch, politisch und okonomisch relativ sicher und iiberlegen zu sein scheinen. lhr Hauptaugenmerk gilt dem, was sie die 'sozio-psycho- logische' oder kulturelle Ebene der Macht nennen, die 'Herzen und Gedanken' der Men- schen. Dies bedeutet fiir sie praktisch, dass der Hauptkampf...

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