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Schreib- und Textroutinen

Theorie, Erwerb und didaktisch-mediale Modellierung

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Helmuth Feilke and Katrin Lehnen

Herkömmlich wird sprachliche Routine gern mit Gleichförmigkeit, Bequemlichkeit und auch Entlastung von wiederkehrenden kommunikativen Aufgaben gleichgesetzt. Als Mittel der Strukturbildung ist ihre Bedeutung kaum bedacht. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Routinen gerade auch im Schriftlichen die Grundlage bilden für die Eröffnung von Spielräumen des sprachlichen Handelns – sowohl in der Textproduktion als auch in der Textrezeption. Die Beiträge des Bandes argumentieren für ein sozial intelligibles Konzept sprachlicher Routine. Der thematische Fokus richtet sich auf Routine im Schreiben und Routine in Texten. Im Zentrum stehen Theorie und Begrifflichkeit literaler Routine, Erwerb und Aufbau von Schreib- und Textroutinen im Spracherwerb vom ersten Schuljahr bis hin zu Studierenden sowie didaktisch-mediale Modellierungen von Routinen für die Stützung des Erwerbs auch in E-Learning-Szenarien.

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Martin Steinseifer - Schreiben im Kontroversen-Labor. Konzeption und Realisierung einer computerbasierten Lernumgebung für das wissenschaftliche Schreiben 61

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Schreiben im Kontroversen-Labor. Konzeption und Realisierung einer computerbasierten Lernumgebung für das wissenschaftliche Schreiben Martin Steinseifer Every time a student sits down to write for us, he has to invent the university for the occasion – invent the university […] or a branch of it, like history or anthropology or economics or English. The student has to learn to speak our language, to speak as we do, to try on the peculiar ways of knowing, selecting, evaluating, reporting, con- cluding, and arguing that define the discourse of our community. […] He must learn to speak our language. Or he must dare to speak it or to carry off the bluff, since speaking and writing will most certainly be required long before the skill is ‚learned‘. And this, understandably, causes problems. (Bartholomae 1985/1997, 623f.) David Bartholomae liefert in dieser Passage eine treffend formulierte Begrün- dung, warum das Schreiben eines wissenschaftlichen Textes für Studierende nicht nur eine neuartige Herausforderung beim Eintritt in die Universität ist, sondern warum es für viele über die Jahre des Studiums hinweg eine Überforde- rung bleibt: Sie müssen im Schreiben immer wieder die ‚Universität erfinden‘ und sich dabei als Wissenschaftler ausgeben, die sie noch nicht sein können – und in vielen Fällen auch gar nicht werden wollen. Die Probleme, die Studieren- de dabei haben, sind wahrscheinlich allen Lehrenden aus der universitären Pra- xis bekannt, und empirische Studien zum Schreiben Studierender belegen zu- nehmend deutlich, dass es sich nicht um individuelle Schwierigkeiten, sondern um...

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