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Die Charaktere aus Goethes «Wilhelm Meisters Lehrjahre» bei Anton Rubinstein und Hugo Wolf

Mit einer Analyse der Rezeptionsgeschichte der lyrischen Einlagen des Romans

Matthies Andresen

Hugo Wolf und Anton Rubinstein nehmen hinsichtlich der Vollständigkeit ihrer Vertonungen der Gedichte aus Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre eine Sonderstellung ein. Ihre im Abstand von nur 16 Jahren entstandenen Kompositionen werden erstmalig jeweils als einheitlicher Korpus untersucht. Dabei findet die Analyse fächerübergreifend auf literatur- und musikwissenschaftlicher Ebene statt. Im Zentrum der literarischen Untersuchung steht die Charakterdarstellung, die dann in Verbindung mit den verschiedenen Vertonungen betrachtet wird. Eine Hinführung zum Thema erfolgt durch die Untersuchung der Rezeptionsgeschichte der lyrischen Einlagen des Romans, wobei alle Quellentexte vollständig wiedergegeben werden.

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4. Darstellung der verschiedenen Charaktere aus Wilhelm Meisters Lehrjahre in Hugo Wolfs "Sämtliche Werke Band 3. Gedichte vonJ. W. v. Goethe für eine Singstimme und Klavier"

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157 4. Darstellung der verschiedenen Charaktere aus Wilhelm Meisters Lehrjahre in Hugo Wolfs Sämtliche Werke Band 3. Gedichte von J. W. v. Goethe für eine Singstimme und Klavier Wie auch bei Anton Rubinstein, soll eine kurze Biographie Hugo Wolfs dessen musikalischen Werdegang beschreiben und wichtige Informatio- nen zu seiner Persönlichkeit anführen, die speziell in Hinsicht der Cha- rakter-Beschreibung der Figuren aus Wilhelm Meisters Lehrjahre von Bedeutung sind. Anschließend wird ein Überblick über sein kompositori- sches Werk mit Konzentration auf die Lied-Kompositionen gegeben, welcher zu einer genauen Betrachtung der Lieder aus Wilhelm Meister führt. 4.1 Biographie Hugo Wolfs Hugo Wolf wurde am 13. März 1860 in Windischgraz/Österreich im heu- tigen Jugoslavien geboren. Seine Familie war deutscher Abstammung und auch die Region, in der er seine Kindheit verbrachte, war deutsch- sprachig. 1870 wurde er nach Graz auf eine weiterführende Schule ge- schickt, die er jedoch nach einem Semester verlassen musste, da, abgese- hen von seiner schon damals bemerkenswerten musikalischen Begabung, alle schulischen Leistungen ungenügend waren. 1871 hatte Wolf erstmals in einem Benediktiner-Kloster in St. Paul Geigen-, Klavier- und Orgelun- terricht. Doch auch diese Klosterschule musste er verlassen, da er sich dem außermusikalischen Unterricht widersetzte. Nach weiteren zwei Jahren unabgeschlossenen Studiums in Marburg durfte er schließlich 1875 nach Wien, um im dortigen Musik-Konservatorium zu studieren. Eric Sams beschreibt diese frühen Jugendjahre Wolfs wie folgt: „His wilful and passionate nature spurned compromise; he had time and ener- gy only for music.351...

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