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Die Rechtsstellung des leiblichen Vaters bei der Adoption seines nichtehelichen Kindes

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Vera Meyer

Obwohl Vätern nichtehelicher Kinder mittlerweile ein Einwilligungsrecht in die Adoption eingeräumt ist, sind sie im Adoptionsverfahren immer noch gegenüber Vätern benachteiligt, die mit der Kindesmutter verheiratet sind. Nach einer Darstellung der Entwicklung des Adoptionsrechts seit dem Nichtehelichengesetz von 1969 befasst sich die Autorin mit den derzeitigen adoptionsrechtlichen Regelungen. Dabei untersucht sie die maßgeblichen völker- und verfassungsrechtlichen Grundlagen, um festzustellen, ob die derzeitigen Regelungen diesen gerecht werden. Außerdem widmet sich die Autorin dem Problem, dass sich die leibliche Mutter im Adoptionsverfahren weigert, die Identität des Kindesvaters preiszugeben. Sie stellt Lösungsvorschläge vor mit dem Ziel, die Verwirklichung der Väterrechte zu sichern.

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1. Kapitel. Die Rechtsentwicklung im Adoptionsrecht seit Einführung des BGB

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Bei Einführung des BGB ließ der Gesetzgeber die Väter nichtehelicher Kinder vollkommen außer Betracht. So wurden auch im Adoptionsrecht keine Regelun­ gen zugunsten der nicht mit der Kindesmutter verheirateten Väter geschaffen.250 Dagegen gewährte § 1747 BGB schon in seiner ursprünglichen Fassung den Müttern nichtehelicher Kinder ein Einwilligungsrecht in die Adoption. Im Falle der Annahme eines ehelichen Kindes setzte die Vorschrift seit jeher die Ein­ willigung beider Eltern voraus. Für eine Beteiligung des nicht mit der Mutter verheirateten Vaters sah man indes keinen Anlass, da in der Rechtsordnung ein Äquivalent zur tatsächlich bestehenden biologischen Verwandtschaft zwischen Vater und nichtehelichem Kind fehlte. Die Fiktion des § 1589 II BGB in der Fassung von 1900 sah vor, dass ein uneheliches Kind und sein Vater nicht als verwandt im Rechtssinne galten.251 Während ihrer Existenz wurde die Fiktion nach § 1589 II BGB a.F. im Hin­ blick auf ihre Vereinbarkeit mit der Verfassung nicht beanstandet. Sie entsprach dem damaligen Meinungsstand. Bis in die 1970er Jahre hinein wurde eine Er­ streckung des Elternrechts nach Art. 6 II 1 GG auf Väter nichtehelicher Kinder in der Literatur weitgehend abgelehnt.252 Die Autoren orientierten sich an dem Bild des Vaters, der an einem Kontakt zu seinem nichtehelichen Kind kein Interesse 250 Vgl. Ebert/von Schneider, BGB, S. 951 f. 251 BT-Drucks. V/2370, S. 24; Jansen/Knöpfel, Das neue Unehelichengesetz, S. 97 f. Für eine Abschaffung der Fiktion des § 1589 II BGB a.F. plädierten damals Lange, JZ 1966, S. 729; Rupp-von...

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