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Insolvenzrechtliche Sanierungsinstrumente nach dem deutschen und schweizerischen Recht

Eine rechtsvergleichende Untersuchung unter Berücksichtigung der aktuellen Reformbestrebungen beider Länder

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Pierre-Maurice Heijmen

Die Sanierung von Unternehmen und die Fortentwicklung verschiedener Sanierungsinstrumente ist derzeit weltweit ein höchst aktuelles und wichtiges Thema. Ursächlich für die Diskussionen sind oft einschneidende wirtschaftliche Ereignisse, die das Insolvenzrecht in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Dieses Phänomen ist auch in der Schweiz und in Deutschland zu beobachten. Diese Arbeit hat einen Vergleich zwischen den deutschen und den schweizerischen Regelungen zur Sanierung eines Unternehmens, die im Falle einer Insolvenz zur Verfügung stehen, zum Gegenstand. Darüber hinaus setzt sich der Autor kritisch mit den aktuellen Reformbestrebungen im Bereich des Sanierungsrechts auseinander und prüft, ob die Vorschläge zu den gewünschten Zielen führen und welche gesetzlichen Regelungen sich als besonders vorteilhaft erweisen.

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Erstes Kapitel: Grundlagen des Sanierungsrechts

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A. Die Unternehmenskrise Die Insolvenz steht oftmals am Ende einer negativen Unternehmensentwicklung. In der Krise liegen fast immer die Gründe für eine spätere Insolvenzantragspflicht. Die Krise stellt den Anfang und die Insolvenz den Höhepunkt der finanziellen Schwierigkeiten eines Unterneh- mens dar. Deshalb kommt der Wahrnehmung und Früherkennung einer Krise eine entschei- dende Bedeutung zu. Erfolgt eine frühzeitige Erkennung der Unternehmenskrise, so kann be- reits im Vorfeld einer Insolvenz schnell und flexibel reagiert werden, um eine mögliche Über- schuldung oder Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Ein gutes Krisenmanagement ist nicht nur für die Krisenbewältigung, sondern auch für eine Insolvenzvermeidung von großer Bedeu- tung. Denn je weiter die Unternehmenskrise fortgeschritten ist, desto schwieriger ist eine mögliche Sanierung. Der Begriff der Krise wird sowohl in verschiedenen Gesetzen als auch in der Literatur in vielfacher Weise umschrieben.37 Allgemein kann eine Krise als eine unerwartet eintretende Störung eines Systems beschrieben werden, die den Fortbestand des Systems bei ausbleiben- den Korrekturmaßnahmen ernsthaft bedroht.38 Der Begriff der Unternehmenskrise wird in der Betriebswirtschaftslehre und im Insolvenzrecht verschieden definiert. Für die Stellung des Insolvenzantrags ist die insolvenzrechtliche Definition die ausschlaggebende. Aus betriebs- wirtschaftlicher Sicht geht es darum, ob eine Fortführung des Unternehmens günstiger ist als die Liquidation.39 In der Betriebswirtschaftslehre bezeichnet man als Krise jede Situation, die den Bestand eines Unternehmens gefährdet.40 Definitionsgemäß befindet sich das Unterneh- men in existentiellen Schwierigkeiten, so dass Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. In der schweizerischen betriebswirtschaftlichen Literatur...

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